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Das zentrale Ziel der ganzen Unternehmung.

Times mager

Wenn er das Tor macht ...

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Ein Blick zurück im Präsens deutet nicht zwangsläufig auf einen sprachlichen Kniff zur Spannungssteigerung hin. Die Feuilleton-Kolumne.

Wenn er das Tor macht, liegen wir vorn.“ Dies ist ein aus einem Interview nach einem Spiel gegriffener Satz, der es in sich hat. Erstens kann man ihm nur voll und ganz zustimmen. Er deutet sozusagen über die einzelne Situation hinaus auf Sinn und Dilemma des Fußballspiels als solchem und formuliert ohne Wenn und Aber das zentrale Ziel der ganzen Unternehmung sowie den daraus resultierenden Verlauf – die ebenfalls geläufige Alternative: „Wenn die das Tor machen, liegen sie vorn“.

Tor - nach einer chancenreichen Torszene

Zweitens kommt er ganz ohne Konjunktiv aus, also auch ohne Konjunktiv II. Dieser wäre bei einer solchen Analyse fällig gewesen, wurde sie doch vorgelegt, als das Spiel bereits vorbei war. Und ja, es handelt sich durchaus um eine offenbar noch dazu notwendige Analyse. Sonst hätte der Interviewer kaum gefragt, woran es heute gefehlt habe.

Schauen auch wir kurz zurück: Hätte beispielsweise der Trainer diesen Satz während einer chancenreichen Torszene zu seinem Assistenten gesagt (und ein Lippenleser hätten ihn uns zugerufen), so wären zwar leichte Zweifel an den Fähigkeiten des Trainers angebracht gewesen, die laufende Partie in ihrer Komplexität zu durchdringen. Immerhin hätte er sich aber genau auf der Höhe der Situation befunden.

Irre Phase einer Fußballübertragung

Der Blick zurück im Präsens, den der Spieler gewählt hat, kommt einem hier ehrlich gesagt nicht so sehr wie ein sprachlicher Kniff zur Spannungssteigerung oder Vergegenwärtigung vor. Möglich wäre umgekehrt eher, dass die Szene dem Spieler noch dermaßen präsent ist, dass er atemlos nicht anders kann, als sie erneut vor sich zu sehen. Vielleicht kapituliert die grammatikalische Ausgestaltung auch vor der Konzentration auf die Aussage selbst. Denn so simpel ist diese Aussage nun wieder nicht. Der weitläufige Verwandte E. kommt uns nun gerade recht und macht darauf aufmerksam, dass bei einem Spielstand von 0:1 zum Zeitpunkt der Torchance der Satz nicht richtig gewesen wäre. E. interessiert sich nicht für Fußball, aber er ist ein helles Kerlchen.

Gefallen ist der Satz – und da fällt er immer wieder – selbstverständlich in jenerirren Phase einer Fußballübertragung, in der die Akteure flugs erklären sollen, was soeben geschehen ist, und warum. Vor allem sollen sie erklären, warum das und das nicht geschehen ist. Vielleicht haben sie deshalb eine Aversion gegen den Konjunktiv. Wäre begreiflich. Es stimmt ja nicht, dass Fußballer ihn nicht beherrschen würden. Sie setzen ihn bloß nicht inflationär ein. Wenn sie es tun, erregt das die entsprechende Aufmerksamkeit. Denken Sie an Lothar Matthäus: Wäre, wäre, Fahrradkette.

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