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Weltkarte

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Von: Christian Thomas

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Den Ginnheimer Spargel hat man im Dornbusch immer im Blick.
Den Ginnheimer Spargel hat man im Dornbusch immer im Blick. © Monika Müller

Unterwegs im Frankfurter Stadtteil Dornbusch. Heute: 50°08’13.1’’ N, 8°40’16.8’’ O.

Die Eduard-Rüppell-Straße muss man natürlich (jedem Auswärtigen) erst einmal näherbringen. Man kann es dadurch tun, dass man sie in unmittelbarer Nähe der Frankfurter U-Bahn-Station Dornbusch, von der hier schon die Rede war, verortet. Für den Weg über die Eduard-Rüppel-Straße muss man dem Funkhaus Dornbusch, Sitz des Hessischen Rundfunks, morgens nur den Rücken kehren, auf dem Weg zur U-Bahn-Station Dornbusch, so dass man schnurstracks auf den Ginnheimer Spargel zuläuft.

Ginnheimer Spargel? Eine Umschreibung, ein Bild, aber anerkannter Sprachgebrauch, Volksmundwerk. Es handelt sich bei ihm um ein Highlight des Turmbaus und der Fernmeldetechnik, 337,5 Meter hoch, so dass der Turm auch in die etwa 3 x 337 Meter entfernte Rüppell-Straße hineinragt, fadengenau, als wäre es geplant gewesen, den Fernsehturm 1974 ganz gezielt in die Blickachse der Eduard-Rüppell-Straße zu setzen, was natürlich eine Legende ist, die recht gerne gesehen wird in den Häusern mit ihren hohen, geschwungenen Walmdächern. Die waren, als sie 1926 entstanden, ein Nachklang an den Jugendstil.

Zeigefingerhoch steht der Turm morgens, auf dem Weg zu der U-Bahn-Station Dornbusch über der Straße, und, nun interkontinental gesehen, auch beim Landeanflug auf den Frankfurter Flughafen kann man sich mit zwei, drei Zeigefingerlängen zum Flugzeugbullauge hinaus behelfen, um östlich vom Frankfurter Fernsehturm den Stadtteil Dornbusch auszumachen. Wenn der Zeigefinger dann einige Sekunden am Flugzeugfenster mitfliegt, findet er zur Flugzeugöffnung hinaus keinesfalls einen Halt, obwohl drauf und dran, in unmittelbarer Nähe vom Frankfurter Fernsehturm so etwas wie eine Fahne zu hissen – und wenigstens einmal nicht nur virtuell.

Verkehrsteilnehmer, zumal aus der Vogelperspektive, sind nicht nur virtuell sentimental, sie sind es wirklich, anders als Verkehrsteilnehmer, die zum Fenster einer U-Bahn hinausschauen. Die sind bloß pragmatisch, und so ergeht es dem U-Bahn-Teilnehmer am Dornbusch schon nach wenigen Metern stadteinwärts.

Abwärts. Denn am Dornbusch endet die U-Bahn-Trasse oder fängt sie an – je nachdem, stadteinwärts ist es ein Abstieg, stadtauswärts ein Anstieg, die Rampe hoch, die Rampe hinunter, in Höhe der Humser Straße.

Humser Straße, Dornbusch, Eduard-Rüppell-Straße. Das sind jetzt ziemlich viele neue Namen an dieser Stelle. Vielleicht veranschaulicht eine Weltkarte die angedeutete Lage. Es wäre die Vogelperspektive 50°08’13.1’’ N, 8°40’16.8’’ O.

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