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Wenn die Botschaft der US-Untersuchung richtig in Europa angekommen ist, dann endete das Ganze damit, dass die jungen Leute, die von sich sagten: Ich bin voll der Psychopath, den Song "What Do You Mean?" von Justin Bieber richtig klasse fanden.

Times mager

Weitertanzen

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Amerikanische Forscher finden so einiges heraus, wenn der Tag lang ist. Zum Beispiel, welche Musik Psychopathen gerne hören: Justin Bieber.

Amerikanische Forscher haben herausgefunden, dass 17,279 Prozent aller Berichte über wissenschaftliche Publikationen mit den Worten beginnen: „Amerikanische Forscher haben herausgefunden  …“. Sorry, Fake News. Aber nicht erfunden ist dies: Psychopathen fahren häufiger als Nicht-Psychopathen auf die Musik von Justin Bieber ab, und jetzt raten Sie mal, wer das herausgefunden hat. 

Für die Studie baten ein Psychologieprofessor der New Yorker Uni und eine Absolventin zunächst knapp 200 Studierende, ihr eigenes Psychopathie-Level einzuschätzen. Anschließend sollten sie die Musik bewerten, die ihnen vorgespielt wurde. 

Wenn die Botschaft der Untersuchung richtig in Europa angekommen ist, dann endete das Ganze damit, dass die jungen Leute, die von sich sagten: Ich bin voll der Psychopath, den Song „What Do You Mean?“ von Justin Bieber richtig klasse fanden, aber auch den Track „Lose Yourself“ des Rappers Eminem sowie „No Diggity“ von Blackstreet. Alles ganz normale Popsongs, abgesehen davon, dass ihre Titel übersetzt „Hä?“, „Verlier dich“ und „Kein Zweifel“ heißen und die Interpreten ihr Leben zwischen Luxushotel, Gefängnis und Wohnwagenpark fristen.

Blackstreet veröffentlicht seine Musik beispielsweise bei einer Plattenfirma namens Todeszelle (Death Row). Justin Bieber wirft gelegentlich Eier gegen Nachbarhäuser. Was aber kein Wunder ist, wenn man als singendes Wunderkind schon mit zwölf zum Geldverdienen rund um die Welt gejagt und bei Konzerten mit Vorliebe in einen gläsernen Käfig gesteckt wurde.

Aber man muss ja heutzutage schon dankbar dafür sein, dass die selbstetikettierten Psychopathen am Ende nicht den Professor aufgefressen haben. Das war gewissermaßen die Ausgangsthese: In Filmen wie „Das Schweigen der Lämmer“ und „Uhrwerk Orange“ hören die Durchgeknallten Bach und Beethoven, während sie andere Leute essen oder sonstwie quälen. Die Studie interessierte sich dafür, ob klassische Musik bei solcherlei Tätigkeiten wohl förderlich sei. Nein, ist sie nicht. Auch Mozart spielte auf der Hitliste der Geisteskranken keine Rolle. 

Der US-Präsident gab übrigens im Oktober bekannt, sein Lieblingslied sei „Is That All There Is?“ von Peggy Lee aus dem Jahr 1969. In dem Song sieht Miss Lee unter anderem ein Haus niederbrennen, geht in den Zirkus, wird von einem Mann verlassen – und reagiert jeweils mit den Worten: „Ist das alles? Dann lass uns weitertanzen.“ Der New Yorker Psychologieprofessor sagte der „Washington Post“, er selbst interessiere sich überhaupt nicht für Musik.

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