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Im Jargon der Weckerbranche: ein Glockenwecker.

Times mager

Wecker

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Ein Wecker kann einem auf den Wecker gehen. Kommt aber auf die Taktik an.

Es gibt bekanntlich zwei Möglichkeiten, morgens aus dem Bett zu kommen. Die eine besteht darin, den Wecker – sei es ein Funk- oder Licht-, Radio- oder Retro-, Led-Würfel- oder auch sprachgesteuerter Wecker – auf sieben (sechs/acht) Uhr zu stellen und um 7.02 Uhr (6.02/8.02) aufzustehen. Die andere besteht aus einem Geflecht aus Überlegungen und Taktik. Die berechtigte Grundannahme besteht in einer einfachen Rechnung: Wenn es mir gelingt, um 4.30, 5.30, 6.30 Uhr aufzustehen, kann ich dieses, dieses und dieses, dieses und dieses oder doch wenigstens noch dieses erledigen, bevor ich zur Arbeit muss. Unter uns gesagt, handelt es sich dabei wohl ebenfalls um Arbeit, aber so sind die Zeiten. Die Zeiten sind auch ziemlich früh, und wenn der Wecker klingelt (piept/gurrt/die Sonne aufgehen lässt/die Weltnachrichten ins Ohr schreit), ist es das Normalste weiterzuschlafen. Dafür ist die Schlummertaste da. Der Wecker klingelt also zum ersten Mal, wobei der Blick auf die Anzeige klärt, dass es sich mindestens um das zweite Mal handeln muss. Beim dritten Mal hat man eine tolle Idee, wie man das vor der Arbeit zu lösende Arbeitsproblem jetzt sofort angehen wird, sobald man aufgestanden ist, beim vierten Mal ist die Idee wie weggeweht. Beim fünften Mal ist sie aber wieder da (oder eine andere Idee, egal), beim sechsten Mal klingt sie unheimlich dumm.

Je nach Taktung der Schlummertastenfunktion ist der Verlauf ungünstig, und nachher ist es zu spät. Wer zu den glücklichen Menschen gehört, die die erste Möglichkeit seelenruhig verfolgen, wird das für übertrieben halten. Es ist aber untertrieben.

Schauen wir noch rasch, was ein Retrowecker ist. Offenbar handelt es sich um einen ganz normalen Wecker, Sie wissen schon, im Jargon der Weckerbranche: Glockenwecker. „Ein Retro-Wecker erinnert viele sicher an vergangene Zeiten, denn die typische Form haben Sie bestimmt schon einmal bei den Großeltern oder Eltern gesehen“, lesen wir auf www.otto.de, und denken zwar durchaus an damals, 1982, als wir nach dem Aufstehen Frosties zum Frühstück aßen und dann mit dem Bonanzarad zur Schule fuhren, kompensieren dann aber die Frechheit von www.otto.de mit dem Gedanken daran, dass Otto noch viel älter, viel, viel älter ist. Wirklich alt.

Den Glockenwecker gibt es heute natürlich auch in einer digitalen Variante. Junggebliebene ehemalige Glockenweckernutzerinnen und -nutzer kennen den Aufwand, mehrere Glockenwecker nebeneinander zu stellen, um eine analoge Schlummertastenfunktion herzustellen. Es ist nicht so, dass es abends und morgens an Findigkeit fehlen würde, es nutzt bloß nichts.

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