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TIMES MAGER

Wau

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Die Sparkasse will dies, die Volksbank will das - und man muss nur einen Knopf drücken, um einen Spammer zu erfreuen.

Bezahlte Vorstellungsgespräche sind wohl gerade das dicke Ding. Kein Tag im Zuhausebüro, ohne dass ein Angebot hereinflattert – falls E-Mails und SMS flattern können. Aber warum sollten sie nicht. E-Mails und SMS können eintrudeln und aufploppen. Dann können sie auch flattern.

Eine E-Mail teilt mit, dass die Meinung des Empfängers zur Möbelkonsumforschung gefragt sei. 80 bis 150 Euro für die Teilnahme. Was daran ein Vorstellungsgespräch sein soll, bleibt ebenso mysteriös wie der Möbelkonsum als solcher. Die weitere Zuschrift desselben Absenders (eine etwa zwölf Meter lange Internetadresse) offeriert Video-Interviews für Menschen, „die ein Auto gekauft oder geleast haben oder einen Aufenthalt in Deutschland planen“. Da dürfte sich eine Schnittmenge ergeben. 150 US-Dollar gibt es für dieses „autokompensierte Vorstellungsgespräch“.

Vielleicht lernt man obendrein, was autokompensierte Vorstellungsgespräche sind. Sogar 250 Euro winken Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ein solches Gespräch über Speiseröhrenkrebserkrankungen. Man muss dazu allerdings an Speiseröhrenkrebs erkrankt sein, teilt das Unternehmen mit Sitz in New York, London, Los Angeles, Hamburg und Shanghai mit. 100 der versprochenen 250 Euro erhalten nur „diejenigen, die die Aufgaben vor und nach dem Vorstellungsgespräch erfolgreich abschließen“.

Falls jemand schon mal ein autokompensiertes Vorstellungsgespräch geführt hat: Hier ist das Interesse groß zu erfahren, wie das läuft, aber die Zeit zu knapp, sich selbst anzumelden, gilt es doch weitere wichtige Mitteilungen zu verstehen.

So kommt alle zwei Tage eine Nachricht von „Ihrer Sparkasse“, unser Konto sei eingeschränkt worden, und wir müssten uns für das „S-CERT-Verfahren“ anmelden. Online-Link wird bequemerweise mitgeliefert. Bevor wir Kunden uns darauf einlassen („Dies können Sie bequem über den Knopf tun“), müssten wir wohl sicherheitshalber erst mal ein Konto bei einer Sparkasse eröffnen. Noch haben wir da keins, und wer weiß, was in solchen Fällen passiert, nach einem Knopfdruck in diesem Internet.

Auch die Volksbank, bei der wir ebenfalls kein Konto haben, teilte mit, es sei notwendig, bis zum 26. August auf ein neues Sicherheitsverfahren umzusteigen („nur ein Klick“). Wir waren unsicher. Jetzt ist es sicher zu spät.

Zur Verunsicherung trug bei, dass die Mitteilung der Volksbank den etwas unerwarteten Satz enthielt: „Im Hunderudel gilt nämlich: Wenn es Beute gibt, fressen die Ranghöheren zuerst.“ Er findet sich wörtlich im Bericht einer Boulevardzeitung aus dem April unter der Rubrik „Die Kolumne mit dem Wau-Effekt“ wieder.

Den Knopf suchen wir immer noch.

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