Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Der Streaming-Kanal Disney Plus hat 18 Folgen der „Muppet Show“ mit einem Warnhinweis versehen.
+
Der Streaming-Kanal Disney Plus hat 18 Folgen der „Muppet Show“ mit einem Warnhinweis versehen.

Times Mager

Warnhinweis

  • Sylvia Staude
    vonSylvia Staude
    schließen

Vor den „Muppets“ wird gewarnt. Müsste man dann nicht auch vor „Rotkäppchen“ warnen, gleich mehrfach?

Warnhinweis: Diese Glosse könnte verletzend sein für alte rosa Männer, alte grüne Frösche, rothaarige Bassisten, schweinische Sängerinnen und Gonzos einer unbekannten Spezies (falls wir jemanden vergessen haben, der oder die sich nach Lektüre verletzt fühlt: Wir bitten hiermit vorsorglich alle unsere Leserinnen und Leser um Entschuldigung). Es soll nämlich hier berichtet werden, dass in diesen Tagen der Streaming-Kanal Disney Plus 18 Folgen der „Muppet Show“ mit einem Warnhinweis versehen hat – ohne vorher die Muppets zu warnen, dass er vor ihnen zu warnen gedenkt.

Disney Plus warnte gleich en gros vor „negativen Darstellungen und/oder falscher Behandlung von Personen oder Kulturen“. Wir meinen, das geht besser.

Nehmen wir „Rotkäppchen“, da hier einiges zusammenkommt. Abgabe von Alkohol an Minderjährige („Komm, Rotkäppchen, da hast du ein Stück Kuchen und eine Flasche Wein“) – mit großer Wahrscheinlichkeit ist auch der Wolf noch keine 18. Dem seinerseits prompt anzukreiden ist: Belästigung einer Minderjährigen, Annahme einer falschen Identität, Diebstahl von Kleidungsstücken (Nachthemd, Häubchen), Diebstahl eines Hilfsmittels bzw. Körperersatzmittels (Brille), Mundraub (Kuchen, Wein), unsachgemäße Behandlung einer Großmutter – oder handelt es sich um Körperverletzung, juristisch womöglich um versuchten Mord? Allemal um eine Darstellung von Gewalt, die nicht nur zarte Gemüter wie Mädchen mit Käppchen und Korb erschrecken kann.

Fairerweise muss „Rotkäppchen“ auch Warnhinweise erhalten wegen Tierquälerei. Denn Vorschrift ist, jedes Tier, auch sogenannte böse, „seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen“ zu ernähren, zu pflegen und „verhaltensgerecht unterzubringen“. Und erst eine geschützte Art. Wie hungrig aber und verzweifelt muss ein Wolf sein, der ein Mädchen und eine Oma wegen ihres Kuchens und Weins überfällt? Er weiß doch, dass Zucker schlecht ist für seine scharfen Zähne. Und wie hungrig muss erst einer sein, der ein Mädchen und eine Oma mit Haut und Haar und in einem Stück hinunterschlingt, ahnend, dass sie ihm brutal im Magen liegen werden?

Aber es wird am Ende noch schlimmer, denn es folgt das Bauchaufschneiden. Ohne Narkose und medizinische Notwendigkeit. Denn sicherlich hätte der Wolf, hätte man ihm ein bisschen Ruhe gegönnt, vielleicht eine Wärmflasche auf den Bauch gelegt, seinen Mageninhalt doch noch verdaut und wäre bald wieder munter durch den Wald gestreift. Selbstverständlich hätte er dazugelernt, würde nun Rehwild fressen und Bäume vor Verbiss schützen. Und alle wären froh und lebten bis an ihr Ende (außer Rotkäppchen, Oma, Rehwild).

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare