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Okay, Lüften macht kalt, auch in der Schule, aber Frieren muss doch nicht sein!
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Okay, Lüften macht kalt, auch in der Schule, aber Frieren muss doch nicht sein!

Times mager

Warm

  • Stephan Hebel
    vonStephan Hebel
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Deutschland, so schlägt die Kanzlerin vor, könnte in die Knie gehen, um sich warm zu halten.

Mit dem Meckern muss es irgendwann auch mal ein Ende haben. Wann wären Ideen dringender gefragt als heute? Hier sind zwei Beispiele.

Erstens: Okay, Lüften macht kalt, auch in der Schule, aber Frieren muss doch nicht sein! „Vielleicht macht man auch mal eine kleine Kniebeuge oder klatscht in die Hände. Das soll zwar jeder für sich entscheiden. Nur, wenn einem kalt ist, hilft es ja manchmal.“

Das hat die Bundeskanzlerin gesagt, und es ist so zutiefst wahr, dass niemand versteht, warum eine Jana auf Twitter schreibt: „will die mich verarschen???? wenn mir kalt ist soll ich also anfangen fucking kniebeugen zu machen???“ Nein, Jana, das müssen Sie nicht, das soll ja jeder für sich entscheiden. Warum gehen wir nicht konstruktiv mit dem Vorschlag um?

Kritisch wäre allenfalls anzumerken, dass es doch gar nicht so gut ist, wenn jeder Schüler (und am Ende auch noch jede Schülerin?) selbst entscheidet, ob und wann er oder sie die Knie beugt oder gar in die Hände klatscht, was ja zu allem Überfluss von der Lehrerin oder dem Lehrer als Applaus missverstanden werden könnte. Ein bisschen Organisation tut also not.

Zu empfehlen ist die Ausarbeitung einer kleinen Handreichung (Arbeitstitel „Corona: Deutschland geht in die Knie“), die allen Schulen elektronisch übermittelt wird, sofern sie bereits über Fax-Empfangsgeräte verfügen (sonst: Briefpost). Sinnvoll wären praktische Tipps („Bringt Muttis Yogamatte mit“) sowie verbindliche Vorgaben für eine Muster-Unterrichtsstunde: Zehn Minuten Powi, zehn Minuten Matte, zehn Minuten Powi und so weiter, oder halt Mathe. Anschließend Applaus, dann Pause.

Übrigens helfen bei Kälte auch warme Pullover, teilen sowohl Angela Merkel als auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller mit. Und hier, als Lektion für alle „Querdenker“, der folgende Hinweise der Redaktion: Das stimmt!

Auch das zweite Ideen-Beispiel hat, lassen Sie es uns so sagen, mit Kälte und Wärme zu tun. Hier geht es allerdings um jene innere Kälte, mit der Deutschland den öffentlichen Personennahverkehr nutzt, und zwar ohne jeden Gedanken an den Zusammenhalt der Nation. Die Lösung hat der CDU-Politiker Thomas de Maizière schon vor Wochen benannt, unter viel zu geringer Beachtung durch die Öffentlichkeit: Wer Schwarz-Rot-Gold trägt, soll kostenlos Bahn fahren dürfen.

Es muss ja keine nationalfarbene Deppenkappe sein, wir sind nicht im Stadion. Aber wer sagt, dass sich Schwarz-Rot-Gold nicht auch für Mund-Nasen-Bedeckungen eignet? Erst ein paar Kniebeugen auf dem kalten Bahnsteig, dann Klatschen bei der Einfahrt des Zuges, dann Maske auf und rein ins S-Bahn-Getümmel, gratis. Gesundheit, Deutschland!

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