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Angela Merkel war "nicht gerade begierig darauf", Putins Hund kennen zu lernen. So gewinnt man in Deutschland keine Wahl.

Times mager

Von Vorbildern und Hundefreunden

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Warum sind Hunde nicht unter den beliebtesten Vorbildern der Deutschen? Und was hat das mit Kanzlerin Merkel zu tun?

Unter den 50 beliebtesten Vorbildern der Deutschen ist kein einziger Hund, und wenn Sie einen haben (einen Hund): Shampoonieren Sie sein Fell nicht öfter als alle zwei Wochen.

Nun wird sich Ihnen der Zusammenhang nicht sofort erschließen, und das ist Ihnen nicht vorzuwerfen, da Sie ja die beiden Meldungen, die am Mittwoch um 12.28 Uhr die Redaktion erreichten, nicht kennen.

Mitten in die gerade erst begonnenen Recherche zur ersten Meldung (Hunde mit Shampoo) platzte die zweite (Vorbilder). Die Hunde-Recherche war gerade erst so weit gediehen, dass die Tiere im Sommer öfter mal gern stinken, vor allem wenn sie baden. Auch war bereits ermittelt, dass Hunde, die sich in toten bzw. sogar verwesenden Fischen gewälzt haben, nur schwer wieder in einen wohlriechenden Zustand zu versetzen sind. Helfen soll Essigwasser (kalt, einreiben) oder auch Tomatensaft (äußerlich!), aber „nicht bei weißen Hunden“.

Und dann platzte Günther Jauch herein, der Helmut Schmidt (2012) an der Spitze der „beliebtesten Vorbilder“ abgelöst hat, obwohl er sich vor Jahren einmal über Berliner Hundehaufen und -besitzer beklagt hat. Was auf „Kampfschmuser.de“ zu wütenden Protesten führte und zu der Vermutung, dass Berlin absichtlich die Straßenreinigung um die Haufen herumführt, um die Hundefreunde zu ärgern.

Das allerdings ist offensichtlich vergessen. Wahrscheinlich weil Jauch sich rehabilitierte, indem er einmal bei „Wer wird Millionär“ die Kandidatin Hahn fragte, ob sie einen Hund besitze, woraufhin diese nicht ganz stringent antwortete, sie möge keine Tiere, allerdings nur nicht auf dem Teller. Auch ließ Jauch einmal bei „Stern TV“ so ein Tier an seinen Schuhen knabbern. Das muss reichen.

Joachim Gauck wurde nur Zweiter, weil über ihn und Hunde nichts bekannt ist, außer dass ihm der Bayerische Rundfunk zum Abschied vom Präsidentenamt bescheinigte, er könne einerseits gut „frei Schnauze“, andererseits würden ihn „noch Generationen um seinen markanten Unterkiefer und seinen gemütlichen Hundeblick beneiden“.

Und nun fragen Sie noch, warum Angela Merkel die Wahl verloren hat und nur den dritten Platz erreichte? „Obwohl, wie ich glaube, der russische Präsident genau wusste, dass ich nicht gerade begierig darauf war, seinen Hund zu begrüßen, brachte er ihn mit“, sagte sie einmal über ein Treffen mit dem bissigen Putin. So gewinnt man in Deutschland keine Wahl.

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