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Times Mager

Vorbilder

Was beweist die Tatsache, dass das Volk auf die Frage „Wer verkörpert Deutschland, wie Sie es sich wünschen?“ zu 84 Prozent Günter Jauch nennt? Es beweist, dass die Deutschen ständig auf Fernsehschirme starren.

Von Von Hans-Jürgen Linke

Das ebenso sinnfreie wie zeitdiagnostisch unentbehrliche Gesellschaftsspiel der Umfrage, für das der Spiegel sich gern engagiert, liefert zurzeit eine deprimierende Momentaufnahme bundesdeutscher Befindlichkeit und Freizeitgestaltung. Denn was beweist die Tatsache, dass das Volk auf die Frage „Wer verkörpert Deutschland, wie Sie es sich wünschen?“ zu 84 Prozent Günter Jauch nennt? Es beweist, dass die Deutschen ständig auf Fernsehschirme starren und dabei oft Herrn Jauch sehen. In letzter Zeit gab es dort auch viel Fußball, deshalb ist Jogi Löw die Nummer drei, Schweinsteiger die vier, Beckenbauer die sieben. Mesut Özil trägt die Nummer 13, vor Margot Käßmann (14).

In der zweiten Tabellenhälfte fehlen die Fußballspieler, Fernsehgesichter haben das Sagen. Der Umstand, dass Thomas Gottschalk knapp hinter Angela Merkel (10) rangiert, lässt sich schwer mit der Beobachtung in Einklang bringen, dass auf dem Bayreuther roten Teppich die Menschen, mit Kamera oder ohne, sich gnadenlos von der Kanzlerin ab- und Gottschalk zuwandten, als der zehn Meter hinter ihr erschien. Was aber Günter Grass (17) dazu sagen könnte, dass er von Lena Meyer-Landruth (16) und Stefan Raab (18) umgeben ist und nicht etwa gleich hinter Helmut Schmidt (2) liegt, können wir uns kaum vorstellen. Christian Wulff (9) kann zufrieden sein mit seinem Platz hinter Hape Kerkeling. Benedikt XVI. liegt abgeschlagen auf Platz 21, aber die wahren Alphamännchen der Top-28-Liste rangieren ganz hinten: Josef Ackermann (27) und Bushido.

Den zweiten Teil der Umfrage, „Wer ist eine moralische Instanz für Deutschland?“, kann Helmut Schmidt erwartungsgemäß für sich entscheiden. Jauch liegt abgeschlagen auf Platz acht, zwei Plätze hinter Joachim Gauck, fünf Plätze vor Wulff. Von den Fußballern hat es nur Beckenbauer (14) in diese Liste geschafft, er rangiert wieder einen Platz vor Hape Kerkeling. Benedikt XVI. kann mit Rang sieben kaum Boden gut machen. Eine Überraschung ist wiederum Josef Ackermann, der unter den Moralvorbildern auf Platz 23 liegt. Allerdings, das wollen wir weder verschweigen noch überbewerten, sechs Plätze hinter Oskar Lafontaine.

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