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Times Mager

Veto

Heimat ist ein richtig mieses Wort. Neutral im Gebrauch, wenn es so etwas überhaupt gibt, ist es seit mindestens 150 Jahren nicht mehr.

Von Natalie Soondrum

In unserem Zeitalter, dem der Globalisierung, sind die Deregulierung der Finanzmärkte und die weltweite Flexibilisierung der Arbeitswelt zwei Seiten einer Medaille. Erstere führt zur fortschreitenden Reduktion der Welt auf ihren monetären Gegenwert, was zur Folge hat, dass ganze Staaten mit ihren Bruttoinlandsprodukten Opfer wüster Börsenspekulationen werden können. Die Flexibilisierung wiederum führt dazu, dass heute bereits mehr als 200 Millionen Menschen gezwungen sind, sich von dem Ort, an dem sie geboren wurden, fortzubewegen auf der Suche nach Arbeit, um sich und ihre Familien zu erhalten.

Wer sich da noch auf Heimat beruft, verweigert die Antwort auf die drängendsten Fragen unserer Zeit und gibt so letztlich die Verantwortung ab. Ob das eine rechtspopulistische europäische Regierung ist, die ihre Beteiligung am Eurorettungsschirm in Frage stellt, oder eine Rotte Republikaner aus Arizona, die ein Gesetz (birther bill) beschlossen hat, demzufolge Barack Obama nachweisen soll, ob er auch wirklich in den USA geboren wurde. Er könnte ja auch in Kenia oder Indonesien zur Welt gekommen sein, was ihn für sein Amt disqualifizieren würde. Obama meint dazu, den meisten Amerikanern bereiteten Arbeitslosigkeit und steigende Benzinpreise wohl größere Sorgen als sein Geburtsort.

Ja, Heimat ist wirklich das letzte, was wir heute brauchen. Wir benötigen frei zugängliche Orte, an denen wir uns unserer Arbeits- und Lebensbedingungen vergewissern können. Eine gute Analyse, das zeigt dem Journalisten der Redaktionsalltag, ist immer Ergebnis kontroverser Diskussionen auf Augenhöhe. Wenn diese verunmöglicht werden, müssen wir uns dagegen wehren. Im Falle des birther bill hat übrigens die Gouverneurin von Arizona, Jan Brewer, ihr Veto eingelegt. Und anstatt seine Geburtsurkunde suchen zu gehen, kann Obama jetzt mit seinem Stab debattieren, wie es sein kann, dass eine Ratingagentur, die die größte Immobilienblase der Geschichte abgesegnet hat, heute behaupten darf, sein Land sei nicht kreditwürdig.

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