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Times Mager

Verwaist

Cunningham hat seinen Nachlass minutiös geregelt. In zwei Jahren wird seine Dance Company aufgelöst. Die Wuppertaler hingegen müssen entscheiden, ob es eine Nachfolgerin für Pina geben soll . Von Sylvia Staude

Zehn Dollar, so legte es Merce Cunningham Anfang Juni fest, wird eine Eintrittskarte kosten zur allerletzten Vorstellung der Merce Cunningham Dance Company (MCDC), und diese Vorstellung wird rund zwei Jahre nach seinem Tod in New York stattfinden.

So minutiös wie der gerade verstorbene amerikanische Choreograf regeln wenige Künstler ihren Nachlass, Cunningham aber sorgte vor: Nach einer zweijährigen Welttournee, auf der seine Werke noch einmal von den Tänzern gezeigt werden sollen, die er selbst trainiert hat, gehen die Rechte an eine Stiftung über, die entscheidet, welche fremde Company eine Cunningham-Choreografie tanzen darf. Die MCDC wird nach Ende der Tour aufgelöst. Für ihre Mitglieder, auch die technischen Mitarbeiter, ist Geld zurückgelegt, das ihnen den Übergang zu einer neuen Anstellung erleichtern soll.

So steht fest: Dieses Ensemble wird nicht nach einem neuen Leiter suchen. Eine Suche, die im Tanz besonders vertrackt ist. Nicht umsonst sind viele Companies nach dem einen Menschen benannt, dessen Werk sie dienen (und das Wort dienen ist hier angebracht). Je größer die Persönlichkeit, die es zu ersetzen gilt, desto schwerer hat es eine verwaiste Truppe.

Das ist den Wuppertalern klar, wo sich selbst nur mäßig kulturinteressierte Bürger sorgen, was denn nun werden soll ohne Pina. Auch dort hat man eine Frist, auf ebenfalls rund zwei Jahre ist die Truppe ausgebucht. Doch kommt ja 2010 nicht mehr die übliche Uraufführung hinzu, kann keine langsame Repertoire-Erneuerung mehr stattfinden. So dass sich die Verantwortlichen eher früher als später entscheiden müssen: Will man abwickeln oder die künstlerische Leitung neu besetzen.

In Wuppertal wird man sich, wenn man klug ist, für das Zweite entscheiden. Auch wenn diejenigen nicht zu beneiden sind, die die Wahl treffen müssen. Und noch weniger die Person, die in Pina Bauschs Fußstapfen tritt. Aber vielleicht gibt man ihr die Zeit, zu wachsen und um das vermutlich zunächst störrische Publikum zu werben. Ein begehrtes Repertoire ist da, dem ließe sich behutsam Neues hinzufügen.

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