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Times Mager

Vertrauen

Laut einer Umfrage vertrauten im vergangenen Jahr noch 72 Prozent aller Deutschen ihren Seelsorgern. Nach den Missbrauchsskandalen in der Kirche sei der Anteil allerdings gesunken. Von Christian Schlüter

Laut einer Umfrage der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) sollen im vergangenen Jahr noch 72 Prozent aller Deutschen ihren Seelsorgern vertraut haben; nach den Missbrauchsskandalen in der katholischen Kirche sei der Anteil allerdings auf 55 Prozent gesunken. Für den so genannten GfK-Vertrauensindex wurden im Februar und März immerhin 18 800 Personen in 15 europäischen Ländern sowie in den USA, Brasilien, Kolumbien und Indien befragt. Deshalb wissen wir jetzt auch, dass unseren Seelsorgern besonders wenig in Frankreich, dem Stammland der Aufklärung, vertraut wird (33 Prozent), in Rumänien dagegen 86 Prozent der Menschen mit vollem Herzen dabei sind.

Tja, so kann es kommen. Die Berufsgruppen der Polizisten und d.r Feuerwehrleute stehen immer besser da. Letztere erfreuen sich bei mittlerweile 94 Prozent aller Bürger in den befragten Ländern größten Vetrauens, das sind noch einmal 2 Prozent mehr als im Jahr 2009. Ein Trost für den missbrauchsgebeutelten Klerus mag allerdings das Abschneiden der Politiker sein, sie sind wieder einmal das Schlusslicht: Ihnen vertrauen nur noch 14 Prozent der Menschen. Und damit sich niemand zu früh freut, wollen wir schnell noch hinzufügen, dass folgende Berufsgrupppen auch nicht so toll wegkommen: Banker, Gewerkschafter, Journalisten, Marketingfachleute, Manager und Werbeexperten.

Kommen wir aber noch einmal auf Rumänien zurück: Von den Seelsorgern einmal abgesehen erfreuen sich dort auch Werbeexperten und das Militär höchster Beliebtheit. Irgendwie scheint der gemeine Rumäne mit Glauben, Genuss und Gewalt eine ideale Synthese gefunden zu haben. Um es ganz offen zu sagen: Dieses Times Mager droht jetzt vor Neid zu platzen. Klerus, Werbung und Militär - was braucht der Mensch mehr! "Reduced to the max", nennen Produktdesigner eine solche Klarheit, die nichts zu wünschen übrig lässt. In Deutschland dagegen Ach ja, hier sind dann noch Ärzte, Lehrer, Postbeamte und Richter äußerst beliebt. Das klingt doch sehr nach Modelleisenbahnkleinstadtgemütlichkeit.

Oder nach einem perfekten Missbrauchsskandalmilieu.

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