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Auch diese Geschichte zieht sich in die Länge, trotzdem bleibt man bei der Stange. Nicht nur wegen Matt Damon.
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Auch diese Geschichte zieht sich in die Länge, trotzdem bleibt man bei der Stange. Nicht nur wegen Matt Damon.

Times mager

Vergleich

  • Judith von Sternburg
    VonJudith von Sternburg
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Die CIA macht in der Bourne-Trilogie eine ganz besonders schlechte Figur, der FBI hat jetzt immerhin einen Manuskripte-Erschleicher geschnappt.

Wer soeben die Bourne-Trilogie am Stück gesehen hat, ist besonders erleichtert darüber, dass es jüngst gelang, einen Hacker zu stellen, der sich über Jahre bei Verlagen Manuskripte erschlichen hatte. Zwar war im zweiten Fall das FBI zuständig, für ersteren hingegen die CIA, aber dennoch geht es zweimal um Leistungsnachweise von US-Diensten.

Der Manuskripterschleicher nutzte falsche Accounts, fragte zwanglos an, wie in der Verlagsbranche zwanglos angefragt wird, wenn es um Übersetzungen u. ä. geht, und erhielt dadurch unveröffentlichte Texte von Margaret Atwood, anderen Größen und auch Kleinen. Jahre dauerte es, bis einem auffiel, dass man dann nie mehr hörte von dem jungen Mann. Unveröffentlichte Manuskripte sind wertvoll, aber keine Goldbarren. Da nichts weiter geschah (keine Lösegeldforderung, keine skandalöse Publikation), der Mann – ein Italiener in London – sich stets geschmeidig verhielt und unter geschäftigen Geisteswissenschaftlerinnen und Geisteswissenschaftlern vieles nicht besonders buchhalterisch verläuft, zog sich die Geschichte in die Länge.

Dass nichts weiter geschieht, lässt sich über die Bourne-Trilogie nicht sagen, auch wenn das Geschehen vornehmlich aus Verfolgungsjagden und Faustkämpfen besteht. Das ist nicht abwertend gemeint, angesichts einer cleveren Handlung entsteht daraus vielmehr ein langer und trotz des Lärmpegels ruhiger Fluss. Die Frage ist immer nur, wie schnell Bourne wie viele Gegner zusammenhaut. Die Faustregel: 1 FBI-Superagent = 8 FBI-Agenten = 50 Mitglieder eines herkömmlichen Wachdienstes. Bourne haut grundsätzlich nur Männer zusammen, für Schlägereien zumindest angelernte Männer. Alle anderen schubst er zur Seite.

Auch diese Geschichte zieht sich in die Länge, trotzdem bleibt man bei der Stange. Nicht nur wegen Matt Damon, auch wegen des grausigen Warum-Warum? Stunde um Stunde schaut man zu, wie die CIA mit der Beseitigung und Vertuschung selbst gemachter Probleme vollauf und personalintensiv beschäftigt ist. Ein Feind jenseits der CIA zeigt sich nur, wenn die CIA mit ihm bandelt.

Das Warum begleitet auch den Fall des Manuskriptdiebstahls. Die vielfach geäußerte Vermutung, dass der Täter einfach das Neueste vom Neuen lesen wollte, ist mit Blick auf seine kriminelle Energie unwahrscheinlich, aber immer noch am plausibelsten. Wer selbst Bücher lesen konnte, die erst 20 bis 2000 Menschen auf der ganzen Welt kannten, weiß, dass das ein erhabener Vorgang ist. Erhabenheit ist übrigens die letzte, allerletzte Vokabel, die einem mit Blick auf die CIA der Bourne-Trilogie einfallen würde. Das FBI hingegen: bloß ein nüchterner Spielverderber.

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