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Times Mager

Untergänge

  • Sylvia Staude
    VonSylvia Staude
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Es ist 2010, und unsere Welt steht immer noch. Wie erstaunlich das ist, belegt die "Chronik der (verpassten) Weltuntergänge", die sich im Internet findet. Ein Medium das vor zehn Jahren eigentlich schon kollabieren sollte. Von Sylvia Staude

Ein banger Beobachter erinnert sich: In Australien druckte ein Automat für Bustickets das falsche Datum, in Großbritannien, Portsmouth, versagte eine Gezeiten-Messstelle, in den USA brachten ein paar Supermarkt-Kassen 2000 und 1900 durcheinander. Das war´s im Großen und Ganzen, als vor zehn Jahren ein neues Jahrtausend begann.

Schon ist es 2010, und unsere Welt steht immer noch. Wie erstaunlich das ist, belegt die "Chronik der (verpassten) Weltuntergänge", die man in ebenjenem Internet findet, das vor zehn Jahren eigentlich kollabieren sollte (sowie: Flugzeuge vom Himmel fallen, Lifts steckenbleiben, AKWs schmelzen, Bankdaten sich in Luft auflösen ...). Im Jahr 30 n. Chr. beginnt die Chronik, sie endet derzeit mit 2076, weil dies im muslimischen Kalender das Jahr 1500 ist. Runde Zahlen haben Untergangspropheten schon immer beeindruckt, das muss ein Ordnungssinn bis zuletzt sein.

Nach dieser Chronik müssen wir uns immerhin erst in zwei Jahren wieder sorgen, aber dann dreifach: Nach dem "Bibelcode" (das Buch eines gewissen Michael Drosnin) wird 2012 ein Komet einschlagen; nach einer Sage der Hopi-Indianer (gedeutet von Sakina Blue Star) ist die Welt in einer Reinigungsphase - und ist 2012 sauber Schluss; und auch nach dem Maya-Kalender ist 2012 Ende. Wie ein Sechsjähriger, für den 60 ein unvorstellbares Alter ist, sagten sich die Maya vermutlich: Na und?

Weit mehr als 100 vergangene und einige prospektive Weltuntergangsdaten zählt die Internet-Chronik auf. Fehlschläge - wenn wir in diesem Zusammenhang von Fehlschlägen sprechen wollen - schrecken also weitere Propheten keineswegs ab. Und es muss dieser leichte, keineswegs unangenehme Nervenkitzel sein, der uns immer wieder dazu verführt, die nächste Weltuntergangs-Ansage zumindest zur Kenntnis zu nehmen: Ach, das ist ja alles Unsinn ... und wenn´s stimmt? Es soll ja Menschen geben, die sicherheitshalber an Gott glauben, damit er nicht sauer ist, falls es ihn gibt.

Wir schreiben das Jahr 2010, es geht uns nicht anders als 2009 - 2012 sollten wir uns dann wieder über Untergänge unterhalten.

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