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Times Mager

Unterdrückung

Die Unterdrückung des Mannes ist deshalb so infam, weil sie so subtil abläuft. Sie erschließt sich auch nicht beim flüchtigen Blick in das Impressum einer x-beliebigen Zeitung. Von Judith von Sternburg

Die Unterdrückung des Mannes ist deshalb so infam, weil sie so subtil abläuft. Sie erschließt sich nicht beim flüchtigen Blick in das Impressum einer x-beliebigen Zeitung oder durch Gehaltsstatistiken, die feine Differenzierungen in der Qualifikation nicht ausreichend darstellen können.

Neulich zum Beispiel im privaten Kreise: Noch immer ist die Empörung darüber nicht abgeflaut, dass der Sohn eine bestimmte Stelle nicht bekommen hat. Weil eine Frau sie bekam. Wegen der Frauenquote. Der Chef der betroffenen Abteilung hat seinem Unmut im Gespräch mit dem jungen Mann Ausdruck gegeben, wie der stolze Vater zu berichten weiß. Immerhin etwas. Die Zuhörerin fragt verlegen, ob die Bewerberin nicht zwingend genau die gleiche Qualifikation brauchte wie der abgewiesene Mann. Der Vater blickt vielsagend. Da gebe es doch immer die feinen Differenzierungen in der Qualifikation, die aber eben leider nicht ausreichend dargestellt werden können.

Frauen haben es inzwischen also bei der Stellensuche leichter. Gerade erzählte eine Bekannte, sie sei im Bewerbungsgespräch gefragt worden, ob sie nicht lieber gut heiraten wolle, bei ihrem Aussehen. Hier gesellt sich eins zum anderen: Frauen bekommen mehr Komplimente, und sie haben Alternativen.

Männer hingegen dürfen nicht einmal in Ruhe Vater sein. Aus der New York Times erfahren wir, dass das Thema durch viele US-Professorinnen und wenige US-Professoren endlich aufgearbeitet wird: Dass Männer bessere Väter sind, wenn ihre Frauen nicht ständig an ihnen herumnörgeln. Und es etwa unpädagogisch finden, wenn die Väter während der Kinderbetreuung fernsehen oder am Auto schrauben. Wenn Väter eben genau das mit ihren Kindern tun wollen, dann sollen sie doch, so die Expertinnen. Das leuchtet ein. Problematisch seien auch all die rosa Tapeten und Frauenzeitschriften in Familieneinrichtungen, heißt es weiter. "Es ist, als wären die Väter gar nicht da."

Warum wir heute darüber sprechen? Anfang der Woche war internationaler Männertag, und keiner hat sich darum gekümmert. H., eine uns bekannte Person, ärgerte das, aus Prinzip. Ihm ist dieses Times Mager gewidmet.

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