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„A Star Is Born“ mit Bradley Cooper und Lady Gaga. Am Ende wünschte man, den ganzen Film nicht gesehen zu haben. Und am Happy Hippo Ende?

Times mager

Unhippos

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H oder U. Happy oder Unhappy. Flusspferde würden es genauso machen.

Aus semi-aktuellem Anlass muss hier noch einmal an die Unabdingbarkeit von Happy Enden in amerikanischen Spielfilmen und Bundesligafußballsaisons erinnert werden. Das liest sich zwar blöd, Happy Enden, na sicher, da haben Sie Recht, aber Happy Ends ist ja nun auch nicht besser. Happy Ends, da sind wir, auf Deutsch gesagt, ja schon fast auf einem Level mit Happy Hippos. Und das wird niemand ernsthaft wollen. Außer Flusspferden vielleicht. Na gut, und Freunden von Flusspferden. Akzeptiert.

Nicht immer, aber immer öfter leiden amerikanische Spielfilme und Bundesligafußballsaisons darunter, dass sie zunächst unerwartet gut verlaufen, Tränen der Rührung hervorrufen, Gefühle, übermäßigen Verzehr von Kartoffelchips mit 30 Prozent weniger Fett und Getränken mit 4,9 Volumenprozent Alkohol – nur um dann am Ende doch noch im Desaster zu enden.

Die Frankfurter Rundschau will nicht als die Zeitung in die Historie eingehen, die Film-Enden ausplaudert. Bitte halten Sie sich daher im Folgenden jeweils zwischen zwei Gedankenstrichen die Augen zu. Es sind auch keine total brandneuen Filme.

Also. Das amerikanische Liebesdrama – „A Star Is Born“ – kann alles, was ein gutes amerikanisches Liebesdrama können muss. Ein umjubelter Musiker hat Probleme mit sich, seiner Familie, dem Whisky und der von ihm selbst angezettelten Berühmtheit seiner tollen Frau. Er (Bradley Cooper) gerät in eine üble Krise, aber er erhält psychotherapeutische Hilfe, und seine tolle Frau (Lady Gaga) steht zu ihm. Dann setzt ihm ein mieser Mistkerl einen Floh ins Ohr, und am Ende wünschte man, den ganzen Film nicht gesehen zu haben, weil sich der Musiker in der Garage – Sie ahnen es –, und der miese Mistkerl kommt ungeschoren davon.

Was soll das? Jeder rechtmäßige Inhaber eines Herzens hätte als Regisseur den Mistkerl in einem schicken Anzug aus Teer und Federn aus der Stadt reiten lassen, während Musikerin und Musiker ihr grandioses Duett „Shallow“ singen! Jeder! Wer war denn dieser gemeine Regisseur? Aha! Wie? Der Musiker selbst?

Versteh einer die Amis. Ballern Filmhelden vom Pferd, genau in der Sekunde, wenn alles gut werden könnte. Lesen Sie diesen Text daher bitte als Plädoyer für eine verpflichtende Markierung amerikanischer Spielfilme: Neben der Altersfreigabe (FSK 3 bis 111) gehört ein H oder U drauf. Happy oder Unhappy. Dann guckt bei U keiner den Film? Eben! Regisseure, die wollen, dass man ihre Filme guckt, drehen gefälligst ein H. Flusspferde würden es genauso machen. Und geh mir bloß fort mit Kunst.

Über Bundesligafußballsaisons der Kategorien H oder U kann erst am kommenden Wochenende abschließend geurteilt werden.

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