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Manchen Leuten war bislang unbekannt, dass Rechts-links-Sockenpaare existieren.
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Manchen Leuten war bislang unbekannt, dass Rechts-links-Sockenpaare existieren.

Times mager

L und L

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Natürlich blickt eine gute Tageszeitung auch auf die Argumente jener, die die Erde als Scheibe betrachten.

Heute: Erkenntnisse, die faszinieren. Und schon wieder Socken.

Zu den faszinierenden Erkenntnissen unserer Zeit gehört jene, dass Menschen anderen Menschen vorwerfen, einseitig über die Pandemie zu berichten. Einseitig heißt: zu berichten, dass so eine Pandemie gefährlich und daher eine Impfung für alle Beteiligten das Beste sei.

Was dabei völlig hinten (oder möglicherweise auch seitwärts) runterfällt, ist der Standpunkt, dass so eine Pandemie ungefährlich und eine Impfung daher unnötig sei. Die jüngst im Fernsehen geäußerte Medienkritik wünscht sich seriöse Berichterstattung auch über diese andere Seite, statt die Position „Es gibt gar kein Corona“ ganz Facebook zu überlassen, wo übrigens auch davor gewarnt wurde, dass alle Geimpften am 1. September stürben.

Andererseits sind ausgesprochen viele Geimpfte selbst am 1. November noch am Leben gewesen. Die einseitige Berichterstattung könnte in diesem Fall also noch mal gutgegangen sein. Doch sollten Medien nicht tatsächlich auch die andere Seite beleuchten? Durchaus. Daher blickt eine gute Tageszeitung in Intervallen auf die Argumente jener Teile der Menschheit, die die Erde als Scheibe betrachten, zusätzliche Autobahnen bauen, auf diesen Autobahnen ungestört 270 fahren und Milliardäre möglichst niedrig besteuern wollen. Obwohl diese Argumente, mal unter uns Philosophentöchtern, ziemlich plemplem sind.

Eine weitere faszinierende Erkenntnis ist, dass man morgens aufwachen und eine Idee haben kann (über Socken schreiben!), um dann festzustellen: Darüber hast du längst geschrieben. Ganz zu Beginn der Pandemie. Aber eine Facette ist hinzugekommen: Manchen Leuten war bislang unbekannt, dass Rechts-links-Sockenpaare existieren. Socken, auf denen jeweils schriftlich vermerkt ist, welche die linke und welche die rechte Socke ist. Im Idealfall unterscheiden sich beide in der Passform.

Besitzt man nun von diesen Socken zwei Paar gleichen Typs, und ist man gezwungen, alle vier Einzelsocken in demselben Waschgang unterzubringen, so empfiehlt sich eine gewisse Sorgfalt. Bei der Wiedervereinigung der gewaschenen und getrockneten Socken sollte auf die R- und L-Kennzeichnung geachtet werden. Wurde dies versäumt, genügt es nicht, morgens beim Ankleiden nur eine der Socken zu betrachten, aha, L, und daraus zu folgern, die andere müsse zwangsläufig R heißen.

Wer freilich den ganzen Tag nichts davon bemerkt hat, mit zwei linken Socken herumgewandert zu sein, fragt sich abends, was das alles überhaupt soll. Jedenfalls kann man diesem Medium nicht vorwerfen, einseitig über Socken zu berichten.

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