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Im Reichstag dürfte es dieser Tage sowohl für Männer als auch für Frauen gleich unbehaglich sein: Knapp 50 Grad waren es unter der Glaskuppel.
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Im Reichstag dürfte es dieser Tage sowohl für Männer als auch für Frauen gleich unbehaglich sein: Knapp 50 Grad waren es unter der Glaskuppel.

Times mager

Unbehagen

Lässt sich im hochsommerlichen Büro mit dem Behaglichkeitsfaktor zur Bestimmung eines guten thermischen Komforts wirklich etwas anfangen? Jedenfalls ist es entweder zu heiß oder zu kalt.

Es ist eine Ironie, dass ausgerechnet der Behaglichkeitsfaktor uns den Abend verkompliziert und schließlich vergällt hat.

Es ist auch eine Ironie, dass es beim Behaglichkeitsfaktor unter anderem um eine angenehme Raumtemperatur geht, während die erschlappte Büroangestellte unter einer angenehmen Raumtemperatur in diesen Tagen lieber weniger Behaglichkeit verstehen möchte. Behaglichkeit ist doch gar nicht das Gebot der Stunde.

Ironisch kommt es einem ferner vor, dass der Anlass für das Grübeln über den Behaglichkeitsfaktor eine niederländische Studie ist, nach der Frauen im klimatisierten Büro gemeinhin dauerhaft einer für sie ungeeigneten Temperatur ausgesetzt sind. Und zwar nicht etwa, weil die Temperatur zu hoch wäre, sondern weil sie zu niedrig ist. Männern, liest man dazu, behagen 21 Grad Celsius, Frauen 24.

Im Einzelnen: Der Behaglichkeitsfaktor wird über eine von dem Dänen Ole Fanger (1934-2006), maßgeblicher Protagonist in der Forschung zum thermischen Komfort, in den siebziger Jahren entwickelte Formel ermittelt. Diese Formel kann ungefähr so lauten (und aus der Wendung „kann ungefähr so lauten“ können Sie ersehen, was den Montagabend verdarb: Unbildung, mangelndes Kombinationsvermögen): PMV = [0,303e-0.036M + 0,028]{(M – W) – 3,96E-8?cl[(tcl + 273)4 – (tr + 273)4] – ?clhc(tcl – ta) – 3,05[5,73 – 0,007(M – W) – pa] – 0,42[(M – W) – 58,15] – 0,0173M(5.87 – pa) – 0,0014M(34 – ta)}.

Frauen sind keine Pimpernellen!

Der niederländischen Studie zufolge ist die daraus abgeleitete und von standardisierten Klimaanlagen produzierte Temperatur auf die Bedürfnisse eines 40-jährigen Mannes, der 76 Kilo wiegt, abgestimmt. Während 30-jährige Männer, die 90 Kilo wiegen, das gut wegzustecken scheinen, zitiert die „New York Times“ nun viele Frauen, die im Büro schier umkommen vor Kälte. Man tue sie als Pimpernellen ab, klagen sie, obwohl die niederländischen Forscher eher die Frage in den Raum stellen, ob nicht bloß der Behaglichkeitsfaktor neu berechnet werden müsste. In einen Raum übrigens, der im privaten Umfeld am Montagabend geradezu katastrophisch aufgeheizt war.

In der Nacht zum Dienstag ist aber noch etwas sehr Seltsames passiert. Die Raumtemperatur im offiziell unklimatisierten professionellen Umfeld (schon waren Teile der Belegschaft kurz vor der Arbeitsniederlegung) ist dramatisch gesunken. Durch Klappen, die angeblich nichts weiter bedeuten, strömt eine Kühle, welche stetig am Hals entlangzieht. Eine Strickjacke wäre nicht übel. Der Kollege hat schon eine an.

Jetzt zieht er sie wieder aus. Sieh mal einer an!

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