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Die Tastatur: Das Werkzeug des Redakteurs.

Times mager

Unantastbar

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Aus dem Leben eines Redakteurs: Computertastaturen wollen am ruhenden Gerät gereinigt, letzte Sommertage an der Mosel verbracht werden.

Dass übrigens die Computertastaturen dringend grundgereinigt werden müssten, und zwar alle, an den diversen Arbeitsplätzen, die der schreibende Mensch heutzutage in Schuss zu halten nicht umhin kommt: Das fällt ihm immer dann auf, wenn er gerade einen dieser Computer angeknipst hat.

Dann sitzt er davor und sagt sich: Ja, Mist, da wollte ich doch schon seit Wochen mal mit dem feuchten Lappen drüber, aber wenn ich das jetzt mache, dann YSSEERTV vvjhvlkjbälkf#oüp äöokj98zu879tt g6rfk45z6ed5 u34a swqze und weiß Gott, was noch alles passiert, sobald man auf diese Funktionstasten ganz da oben kommt. Am Ende ruft die EDV-Abteilung an und sagt: Du Hammel hast die Festplatte formatiert, und jetzt hau ab! Nur weil ich meine Buchstaben nicht am ruhenden Gerät gewartet habe.

Rausschütteln, was der Kollege vorige Woche in die Tastatur hineinfrühstückte, als man selbst an der Mosel war, das geht ja immer. Und eine Maus im vollen Betrieb abwischen, das muss auch sein, besonders wenn sie lückenlos nachweist, dass der Kollege zuletzt Plunderstückchen mit Zuckerglasur hatte. Oder etwa eine Kollegin? Aber vollgefrühstücktes Büromobiliar, nein, das ist traditionell Männersache.

Apropos Mosel und Maus. Schon eine singulär auftauchende Urlaubswoche an der Mosel kann daran erinnern dass 1) das Leben schön ist, 2) Mäuse mit Flügeln die coolsten Mäuse sind und 3) Hunde in Restaurants den Charakter am besten zum Ausdruck bringen (von Hund und Mensch).

Denn während, um mit 3) zu beginnen, anständige Hunde und Menschen im Restaurant das Maul halten bzw. so moduliert sich äußern, dass es andere nicht stört, bzw. gleich zu Hause bleiben, kläffen unanständige Menschen und Hunde, jawohl, beide, unausgesetzt vor sich hin. Kontraproduktiv in diesem Zusammenhang, dass jenes alte griesgrämige Ehepaar dort drüben ausgerechnet vom Kläfftier aus seiner anscheinend Jahrzehnte währenden Apathie geweckt wird und plötzlich lächeln kann. Halleluja. Ein Hundewunder.

Dann lieber auf dem Balkon sitzen, die Partyschiffchen vorbeiprosten sehen, den Sonnenuntergang anstaunen, das Weinbergfliegengewimmel, und darauf warten, dass 2) die Fledermäuse aus dem alten Kirchturm zum Dienst erscheinen. Sechs, sieben, acht, neun echolotierende Kunstjägerinnen auf einmal und da! und da! und da noch eine! – an einem sensationell lauen Herbstabend mit einem knusperdünnen Mond. Woraus sich 1) natürlich ergibt wie von selbst.

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