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Das Mainspitzdreieck.
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Das Mainspitzdreieck.

Times mager

Umkehr

  • Christian Thomas
    VonChristian Thomas
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Auf dem Weg zum Mainspitzdreieck: Blumen, ein Fisch, eine Wolke.

Da die Bahnbrücke! Und wenn das die alte Eisenbahnbrücke ist, dann ist dort vorne der Rhein, da dann der Main, und dann ist es nicht weit bis zur Mündung.

Dann lass uns mal! Dann heißt so viel wie direkt geradeaus. Dann heißt obendrein rechter Hand. Und dann sind damit (mit dem Dann) nur noch wenige Minuten gemeint, auf dem Weg zum Mainspitzdreieck. Findest du nicht, dass es hier immer mehr riecht? Ja, aber die Schmetterlingsblumen, in deren Blüten es schwirrt, können es nicht sein. Das Johanniskraut auch nicht. Riecht Johanniskraut denn überhaupt? Es beruhigt. Im Supermarkt steckt es in Kapseln, im Regal neben dem Magnesium.

Das da vorne sind die Pappeln, da muss es sein, das Mainspitzdreieck kann also nicht mehr weit sein. Linker Hand, über die Brücke aus Eisen, rattert schon wieder eine S-Bahn, sicherlich nach Fahrplan. Auch radeln Radfahrer, es bewegen sich vorwärts Spaziergänger, wie im Hamsterrad der da, der Jogger da.

Seit 1862 stehen die Pfeiler der Brücke über den Rhein im Wasser, nie seitdem hat sie wirklich einen richtigen Namen bekommen, die Bezeichnung Südbrücke blieb ein Kompromiss. Und dass bei ihr deren Kopfbauten, links und rechts am Ufer, unter Denkmalschutz stehen.

Und erst die Eisenkonstruktion, aber schau nur, Mirabellen, der Baum so voll, dass es ihn bis auf den Boden beugt. Doch pass bloß auf, wo du hintrittst. Möchtest du nicht trotzdem? Fünf Früchte aus der hohlen Hand. Nein, nimm du, die letzte ist für dich.

Siehst du das? Der Weg im-mer mehr verschmutzt, eine Schlammspur, die Wiese am Wegesrand grau verfilzt, grau und verfilzt vom jüngsten Hochwasser. Den Papierkorb hoch abgezeichnet der Pegelstand, höher als ein Männerarm, sudelig bis zur Oberkante der Rückenlehne auch die Bank. Da setzen wir uns aber mal nicht hin. Durch das Geäst gleitet lautlos ein Kahn.

In der Wiese plötzlich ein goldbraun geschuppter Fisch, gestrandet, dick wie mein Oberschenkel, lang wie dein ganzer Arm. Kein Anglerlatein, der hat es nicht mehr geschafft, zurück in den Main, aus dem abfließenden Wasser, aus der Wiese, wohin es ihn trieb mit dem Hochwasser.

Riechst du das? Der Fisch. Siehst du das? Die Elstern haben ihn nicht angerührt, seit Tagen nicht, die Krähen nicht, sie attackieren einander, sie fliegen aufs durchs Geäst, durch das ein Holländer sein Containerschiff schiebt.

Siehst du das, dort die Wolke, die ganze Zeit bereits, schon beginnt es zu tröpfeln, wir haben es geahnt. Wie viel Minuten haben wir noch? Komm, kehrt. Wie man das halt so macht, wir beeilen uns.

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