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Regisseur und Schauspieler Woody Allen bekam ein Angebot von Amazon, das er nicht ausschlagen konnte.
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Regisseur und Schauspieler Woody Allen bekam ein Angebot von Amazon, das er nicht ausschlagen konnte.

Times mager

TV-Woody

  • Daniel Kothenschulte
    VonDaniel Kothenschulte
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Für eine Staffel halbstündiger Sitcom-Folgen erhielt Woody Allen ein Amazon-Angebot. Er konnte es nicht ausschlagen.

Das Leben imitiert nicht die Kunst, es imitiert schlechtes Fernsehen“, sagte Woody Allen einmal. Im Moment ist allerdings das amerikanische Fernsehen wiederum damit beschäftigt, das Kino zu imitieren. „The Affair“, die US-Serie, die soeben den Golden Globe als angeblich beste des Jahres gewann, orientiert sich sichtlich an Motiven aus Ingmar Bergmans „Szenen einer Ehe“ und Akira Kurosawas Klassiker „Rashomon“: In jeder Folge wird die Geschichte eines Seitensprungs mit (zunächst unaufgeklärter) Todesfolge aus zwei Perspektiven erzählt. Umso enttäuschender wirkt am Ende der zehn Folgen der banale Krimi-Plot, der sich mit diesem Kunstgriff schmückt.

Kurosawa und Bergman sind nicht mehr am Leben, aber umso mehr Bergman-Fan Woody Allen (79). Der erhielt vom Gemischtwaren-Versender Amazon ein Angebot, das er nicht ausschlagen konnte: Exklusiv für Kunden des Prime-Dienstes (auch für die deutschen) wird er eine Staffel von halbstündigen Sitcom-Folgen schreiben und auch inszenieren. Sein Kommentar: „Ich weiß auch nicht, wie ich da hineingeraten bin, und erst recht habe ich keine Idee, was ich machen werde.“

Er genießt Vertrauen

Der positive Medien-Effekt dürfte sich allerdings für beide Partner schon jetzt bezahlt gemacht haben: Für Amazon, das sich als Video-on-demand-Anbieter neben der Konkurrenz von Diensten wie Netflix oder Apple behaupten möchte. Und für Woody Allen, gegen den Adoptivtochter Dylan Farrow mit einem offenen Brief in der „New York Times“ im vergangenen Jahr Missbrauchs-Vorwürfe erhob. Anders als Sitcom-Veteran Bill Cosby, über den in den amerikanischen Medien fast täglich neue Vergewaltigungsvorwürfe publiziert werden, genießt Woody Allen also noch das volle Vertrauen eines Major Players.

Und das ist für seine Fans eine ebenso gute Nachricht, wie die Aussicht auf ein neues Kapitel in seinem Werk. Denn Allens Ruhm begann im Live-Fernsehen der sechziger Jahre, wo er sich als Stand-Up-Komiker einen Namen machte. Er war ein gefragter Sketch-Autor und inszenierte mit „Don’t Drink the Water“ einen hinreißenden, wenn auch in Deutschland unbekannten Fernsehfilm. Und welche Chancen bieten allein seine unkonventionellen Dramaturgien für eine Serien-Form? Jede Folge könnte eine neue Überraschung sein. Und was die Kritik auch immer über sein Fernseh-Abenteuer sagen wird – er ist ihr ja selbst schon oft zuvorgekommen. Etwa mit seinem berühmten Ausspruch: „In Beverly Hills schmeißen die Leute ihren Müll nicht weg. Sie machen daraus Fernsehserien.“

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