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Was tun, wenn es eines Tages tot auf dem Bürgersteig liegt?
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Was tun, wenn es eines Tages tot auf dem Bürgersteig liegt?

Times mager

Tot

  • Sandra Danicke
    VonSandra Danicke
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Ein Eichhörnchen liegt auf dem Bürgersteig wie das Eisbärenfell in „Dinner for One“ – was tun? Das Internet macht Vorschläge.

Auf dem Bürgersteig lag ein Eichhörnchen. Schock. Es war tot. Der Anblick war allerdings grotesk. Das Tier lag auf dem Bauch, alle Viere von sich gestreckt. Man kam nicht umhin, an ein Eisbärenfell zu denken, eines, wie es Freddy Frinton in „Dinner for One“ immer zum Stolpern gebracht hat. Auch eine typische Cartoonsituation kam einem unwillkürlich in den Sinn. Als sei das Eichhörnchen unglücklich auf die Schnauze gefallen. Nur dass es jetzt nicht wieder aufstand. Wie gesagt, es war ein gruseliger und zugleich lustiger Anblick. Das Fell war von herrlichem Rotbraun, es war völlig intakt, ein Unfall schien ausgeschlossen. Hatte das Tier einen Herzinfarkt erlitten? Verhungert konnte es schlecht sein, es befand sich in der Nähe eines großen Parks, in dem reichlich Nüsse, Bucheckern und dergleichen zu finden sind.

Was nun? Konnte man das Eichhörnchen einfach so liegen lassen? Man konnte. Überfordert machte man sich vom Acker, weil man auf dem Weg zum Joggen nicht einmal ein Taschentuch zur Hand hatte. Zumindest war das eine gute Ausrede. Auf dem Rückweg lag das Eichhörnchen hinter einem Stromkasten – immer noch in der gleichen, so tragischen wie lächerlichen Körperhaltung. Vielleicht wollte jemand dem niedlichen Nager ein kleines Stück Würde zurückgeben.

Wieder zu Hause stieß man im Internet auf ein „mysteriöses Eichhörnchensterben“. Man solle, heißt es auf der Seite eines Fachmanns, so man ein totes Wildtier finde, dieses am Fundort fotografieren, es sodann mit einem Gefrierbeutel (Ziplock!) aufheben, diesen verschließen und ins Gefrierfach legen. Säubern oder Ähnliches sei nicht nötig. Dann solle man das Eichhörnchen in eine Styroporbox stecken, Kühl-akkus dazu packen und das Ganze zur Untersuchung ans Institut für Tierpathologie der Freien Universität Berlin schicken. „Bitte nur Eichhörnchen, keine anderen Wildtiere!“, heißt es auf der entsprechenden Seite. Hatte tatsächlich mal jemand ein Wildschwein geschickt?

Man hätte jetzt natürlich zurückgehen können. Aber, ach, es war Wochenende, eine passende Styroporbox sicherlich beim besten Willen nicht aufzutreiben und das Gefrierfach voller Kürbissuppe. So kann man sich herausreden.

Am nächsten Tag dann: eine tote Taube auf dem Gehsteig gesichtet. Das Internet wurde nicht konsultiert.

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