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Schnittstellenoptimierung daheim.
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Schnittstellenoptimierung daheim.

Times Mager

To do

  • Stephan Hebel
    VonStephan Hebel
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Haben Sie schon mal Ihre eigene Schnittstelle optimiert? Nein? Dann wird es höchste Zeit.

Wieder hatte sich ein Arbeitsauftrag ergeben, und Kollege T. murmelte: Das Leben als To-do-Liste. Beachten Sie bitte den Bindestrich zwischen „To“ und „do“, sonst hieße es Todo-Liste und am Ende würde es jemand so aussprechen, wie es geschrieben stünde, und dann wäre es halb Spanisch und hieße „Alles-Liste“, aber das wäre andererseits auch okay.

Beim Leben als To-do-Liste handelt es sich um einen verbreiteten, aber nicht erstrebenswerten Zustand. Wer sich im Bekanntenkreis umhört, muss annehmen, dass sich hinter den Türen deutscher Wohn- und Arbeitsstuben und immer häufiger auch Wohn-Arbeitsstuben ein riesiger Haufen von Listen mit privaten und beruflichen Notwendigkeiten verbirgt, die über die fatale Fähigkeit verfügen, trotz täglichen Abarbeitens länger und länger zu werden, so dass sie, ausgedruckt und aneinandergereiht, höchstwahrscheinlich eine ganze Erdumrundung ergäben oder eine papierene Straße zum Mond.

Nun wies Kollege S. darauf hin, dass das Problem mit den Listen noch verschärft werde durch die zahlreichen Schnittstellen, mit denen der arbeitende Mensch es Tag für Tag zu tun bekomme. Den Einwand des Kollegen T., er leide nicht unter Schnittstellen, da er einen umsichtigen Umgang mit Küchenmessern pflege, nahm der Kollege S. einfach nicht zur Kenntnis.

Stattdessen hob S. zu einem Vortrag an, den er, seiner eigenen Quellenangabe zufolge, in großen Teilen diesem Internet entnommen hatte. Es gehe, betonte S., um die Vorbereitung auf ein „internes Audit“, das der Kollege T. in seiner Eigenschaft als Ein-Mann-Betrieb allerdings selber vornehmen müsse: „Sieh das interne Audit als eine Chance zur Optimierung Deiner Prozesse, Dokumente und Schnittstellen“, zitierte der Kollege S.

Es könne sicher nichts schaden, einmal zu prüfen, „ob Prozesse vorhanden sind und gelebt werden“, fuhr S. fort, auch wenn er einräume, dass die Antwort auf die Frage nach dem Vorhandensein von Prozessen dem Kollegen T. eventuell auch ohne Audit bekannt sei. Soweit es allerdings zum Austausch mit anderen Personen komme, sei folgendes nicht zu bestreiten: „Das Wichtigste dabei ist die gemeinschaftliche d. h. schnittstellenübergreifende Zusammenarbeit in der Organisation.“

Das, antwortete T., überzeuge ihn in der Tat. Den Hinweis, dass Zusammenarbeit am besten gemeinschaftlich geschehe und dass dieses Wort ohne weiteres durch „schnittstellenübergreifend“ zu ersetzen sei, habe er sofort notiert. Das gemeinschaftliche Übergreifen von Schnittstellen zum Zwecke einer möglichen Zusammenarbeit könne allerdings etwas dauern, es stehe nun ganz unten auf seiner Liste.

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