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Von: Lisa Berins

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Die Alte Nationalgalerie auf der Museumsinsel in Berlin gehört zur Stiftung Preußischer Kulturbesitz.
Die Alte Nationalgalerie auf der Museumsinsel in Berlin gehört zur Stiftung Preußischer Kulturbesitz. © Christophe Gateau/dpa

Und wie soll die Stiftung Preußischer Kulturbesitz künftig heißen? Einige konstruktive Vorschläge.

Deutsche Werbeagenturen: aufgepasst! Der Wettbewerb um die Namensgebung für die Stiftung Preußischer Kulturbesitz ist hiermit eröffnet – We now declare this bazaar opened! Die Stiftung braucht ein neues Image und einen neuen Namen, und zwar einen, der für nichtdeutsche Muttersprachler:innen aussprechbar ist: Stftng Proizitschr Kultrbesrtzrtz – that’s so very un-international. Außerdem muss der Name ein bisschen fancy sein. (Spricht erst mal gegen „Preußen“, aber warten wir’s ab …)

Ein Blick auf bekannte Beispiele aus der internationalen Museumsszene: British Museum. Schlicht, markant, eindeutig: Es ist DAS britische Museum. Und: Es sind genügend Vokale und wenige zischende, ächzende, krachende Laute drin, die alles kaputt machen. Tate. Moma. Louvre. Met. Prado. Schön kurz, nice und easy. Eher Kosenamen als Abkürzungen, sie gehen einem so locker und kumpelig über die Zunge, als spräche man über eine gute Freundin. Ganz klar: Coole Leute gehen ins „Moma“. Aber gehen sie auch in die „SPK“?

Wo wir bei der Wirkung von Namen sind: Centre Pompidou, Eremitage – sprechen Sie es einmal laut aus. Da strahlt ein mondänes Flair heraus - und damit schmückt man sich doch gerne. Selbst Sekunden später steht es noch harmonisch nachklingend im Raum: -asch! -ou!

Inspiration lässt sich vielleicht auch bei den wohl kreativsten Namensgebern auf dem deutschen Markt holen: bei Haarsalons. KammIn, Haar-A-Kiri, Haarbracadabra, Hair-reinspaziert. Hair-Berge, Vorhair- Nachhair, Haarmonie. Allerdings - welche lustigen Wortspielchen böten sich bei „Kulturbesitz“ oder „Stiftung“ an?

Anderer Versuch: Wir nutzen den „Museumsnamen Generator“ im Internet: Grand Art Museums (nicht schlecht!), Master Museum (das könnte es sein), Gallery of Disaster (streichen wir das). Wir wollen es nach deutscher Art bodenständig und sachlich? Kunst Museum (KuMu) oder für den internationalen Glanzeffekt: German Art Foundation. Allerdings geht es gar nicht nur um Kunst, sondern um ein Potpourri an „Kulturbesitz“. Vielleicht dann doch etwas wirklich Lässiges: Preußi-Culture (wie Haute Couture, trifft ja irgendwie das Anliegen). Das ist jetzt wiederum zu leger? - Ach stimmt, das Humboldt-Forum ist ja auch mit im Boot – das muss selbstreflektiver klingen ...

Schwierige Angelegenheit. Sogar einem herausragenden Künstler wie Prince ist damals bei seiner eigenen Umbenennung nicht viel eingefallen: TAFKAP (The Artist Formerly Known As Prince). Ok. The Museums Formerly Known As Stiftung Preußischer Kulturbesitz (TMFKASPK). Ein wenig kryptisch. Aber an sich beschreibt es die Sache doch ganz gut, oder?

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