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 „Ich kann mir schlimmere Dinge vorstellen, als das Leben als Lotusblume zu verbringen.“
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„Ich kann mir schlimmere Dinge vorstellen, als das Leben als Lotusblume zu verbringen.“

Times mager

Tipp

  • Sylvia Staude
    VonSylvia Staude
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Das WWW: Jede nur denkbare Frage können Sie dem weltweiten Netz stellen – es wird nicht beleidigt sein, aber, Vorsicht, es wird sich alles merken.

Dem Internet kann jede beliebige Frage gestellt werden – und Sie, liebe Leserin, lieber Leser, müssen noch nicht einmal vorausschicken „Das ist vielleicht eine dumme Frage, aber …“. Das World Wide Web ist selbst bei sehr dummen Fragen weder beleidigt noch geht es kopfschüttelnd ab.

Allerdings ist es berühmt dafür, nichts zu vergessen. Und in einigen Jahren wird Siri oder irgendeine andere KI aus Ihrem Laptop oder Kühlschrank oder Staubsauger zu Ihnen sprechen wie Gott aus dem brennenden Dornbusch und Sie daran erinnern, dass Sie am 24. Februar 2021 eine wirklich dumme Frage gestellt haben. Und dass Sie danach den Test „Bin ich ein Klugscheißer?“ gemacht haben und an zwar völlig nutzlosen Fragen gescheitert sind, die Sie aber einfach gern hätten beantworten können. Und dass Sie danach schlauer sein wollten als das Internet und es reinzulegen versuchten mit der Frage: „Warum gibt es die Zeit?“ (Nimm das, www!). Das Internet antwortete lässig mit John A. Wheeler: „Zeit ist, was verhindert, dass alles auf einmal passiert!“. Leuchtet ein.

Andererseits: Wäre es nicht ungemein praktisch und hätten es Gott, Göttin, die Physik, sonst wer nicht so einrichten können, dass wenigstens drei, vier, fünf Dinge auf einmal passieren können – Stichwort Multitasking? Und anschließend hätte man frei. Diese gewiss begeisterte Nutzerin eines „Einiges auf einmal Zeit“-Buttons würde zum Beispiel in parallelen Geschehenssträngen, die in ihrem Kopf zusammenfließen (wie das konkret aussehen könnte, kann man leider den Physiker John Wheeler nicht mehr fragen), gleichzeitig „Macbeth“, „Madame Bovary“, „Winnetou“ und „Die Biene Maja“ lesen. Zum Beispiel. Sie müsste hinterher natürlich aufpassen, dass sie nicht bei einer eventuellen Inhaltsangabe Grashüpfer Flip mit den Apachen reiten und Charles Bovary eine Liebschaft mit Lady Macbeth anfangen lässt.

Wäre die Welt ideal eingerichtet, könnte man diverse Gleichzeitigkeits-Abos buchen: für vier Bücher, fünf Filme, acht Serienfolgen, drei Arztbesuche zum Beispiel … Aber wir träumen.

Es wird beim mühsamen Zeitsparen bleiben müssen. Immerhin kann man auch dabei im Internet Rat und Hilfe finden. Kann etwa mit Anleitung schneller lesen lernen (Tipp: „Lesen Sie nur die Schlüsselwörter“, Tipp: „Diese sind meist länger als drei Buchstaben“) oder die „4-Minuten-Zusammenfassungen“ der „besten Bücher der Welt“ nutzen. Besonders Eilige soll dort die Frage, „was ist Ihr Ziel?“, zur passenden Buchzusammenfassung führen. Option „Reich werden“? Oh ja, immer. Nach 4 Minuten eine Ermutigung: „Ich kann mir schlimmere Dinge vorstellen, als das Leben als Lotusblume zu verbringen.“ Das Times mager zwar auch – aber was war noch mal die Frage?

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