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Keine Witze mit Namen, sagte schon der Ausbilder im Volontariat. 

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Die Welt ist voller Widersprüche, sogar in Österreich. Schlimm!

Der erste Satz dieses kleinen Textes sollte eigentlich lauten wie folgt: „Auch an dieser Stelle kommt die Berichterstattung über Österreich immer wieder zu Kurz.“ Das wäre zwar unglaublich witzig gewesen, aber Volontärsausbilder A. hat schon früher immer gesagt: keine Witze mit Namen!

Das muss sogar für diesen Kurz gelten, der Österreich mit den Rechtsextremen regiert, weil die so rechts sind, dass alle denken, der Kurz wäre nicht rechts, das erleichtert ihm seine rechte Politik erheblich. Aber das nur nebenbei, es hilft ja nichts, ein neuer erster Satz muss her.

Der lautet wie folgt: Auch an dieser Stelle kommt die Berichterstattung über Österreich immer wieder zu kurz. Dabei gäbe es so viel zu berichten! Zum Beispiel über Bundeskanzler Sebastian Kurz, der mit den Rechtsextremen regiert, weil … Entschuldigung, das kennen Sie schon.

Ansonsten ist es in Österreich sehr schön und die dort lebenden Menschen haben, von ihrem Wahlverhalten einmal abgesehen, gegenüber anderen Europäern zahlreiche Vorzüge. Den wichtigsten beschrieb der „Standard“ unter dem wundervollen Titel „Arbeitswut plagt junge Österreicher europaweit am wenigsten“.

Wir Deutschen, die wir von Arbeitswut fast so stark geplagt sind wie von der Arbeit, die wir dann mit entsprechender Wut verrichten, könnten uns an den jungen Österreichern ruhig ein Beispiel nehmen. „Jungen Österreichern ist Arbeit im Vergleich zu anderen Lebensbereichen wie Freizeit deutlich weniger wichtig als anderen Europäern“, fasst der „Standard“ zusammen. Die Forscher der Universität Wien, die das herausgefunden haben, waren offensichtlich mit allen Wassern gewaschen, als sie sich entschieden, die Wichtigkeit von Arbeit an „anderen Lebensbereichen wie Freizeit“ zu messen, das leuchtet auf den ersten Blick ein. Und nur die jungen Spanierinnen beziehungsweise Spanier haben weniger Bock auf viel Arbeit.

Die Wiener Forscher fanden allerdings heraus, dass ihre jungen Landsleute durchaus gern arbeiten. Viele würden das sogar dann noch tun, wenn sie das Geld nicht bräuchten, aber halt nicht so lange und nicht so viel.

Wie gesagt, es handelt sich um ein sehr sympathisches Volk, man möchte glatt ins schöne Wien umziehen, um Tag für Tag in homöopathischen Dosen einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen. Sonntags geht man dann zur Wahl und gibt seine Stimme einem Bundeskanzler, der gerade gegen heftigen Widerstand ein neues Arbeitszeitgesetz durchgeboxt hat, mit dem Unternehmen die Durchsetzung von Zwölfstundentagen erleichtert wird.

Kurz und gut: Die Welt ist voller Widersprüche, sogar in Österreich. Schlimm!

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