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Die Sinusnaht gibt es in der Chirurgie und beim Kaffeefilter.

Times mager

Sinusnaht

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Dinge kommen und gehen, nicht alle lassen sich beim Namen nennen.

Das Thema kam auf Sinusnähte. Der Zusammenhang ist nicht so einfach zu erklären, es begann mit etwas Chirurgischem und endete mit Fragen der Kaffeezubereitung. Wie so oft fehlte es der kleinen Runde an Expertise in diesem recht speziellen Bereich, aber mehr noch mit Blick auf die Chirurgie als mit Blick auf die Kaffeezubereitung. In der Ferienwohnung der einen standen nämlich fürsorglich Kaffeefilter zur Verfügung, deren Packungsaufdruck eigens auf die Sinusnaht des hineingesteckten Produktes hinwies. Diese, so die ehemalige Urlauberin, habe ihr 14 Tage lang große Freude bereitet. Nur der noch in seiner Originalverpackung befindliche und dadurch ebenfalls so bequem beim Namen zu nennende Langschlitztoaster sei da herangekommen. Letzteres konnte leider nicht vertieft werden. Denn die Sinusnaht am Kaffeefilter überzeugte nicht alle Anwesenden. Eine wusste zu berichten, dass ihr Kaffeefilter im Büro sich im Bereich jenseits der Sinusnaht jeden Morgen regelrecht in seine Bestandteile auflöse.

Selbstverständlich waren sich alle Gesprächsteilnehmerinnen einig, dass es weit Wichtigeres zu besprechen gab und so kam es auch. Die Sinusnaht und der Langschlitztoaster begleiteten die eine oder andere dennoch in die Nacht, ist es doch fabelhaft, wie es für jedes Ding auf der Welt ein Wort gibt. Für fast jedes Ding.

Denn keiner wusste zu sagen, worum es sich handelte, als eine Gruppe freundlicher junger Menschen zuvor den Friseursalon betreten und ein farbenfrohes Teil vorgezeigt hatte. Sie erklärten, sie gehörten zu einer FSJ-Gruppe – die Friseurin an dieser Stelle etwas scharf, was das sei, FSJ, dann aber hilfsbereit – und nähmen gerade an einer Bildungswoche teil. Dabei spielten sie ein Spiel, bei dem es darum gehe, durch Tauschaktionen zu einem möglichst hohen Wert zu kommen. Ihr Ausgangspunkt sei eine Büroklammer gewesen und dieses farbenfrohe Teil hier insofern schon eine deutliche Verbesserung. Sie hielten das farbenfrohe Teil hoch, welches von den Anwesenden vielleicht bestaunt, jedenfalls angeglotzt wurde. Die Friseurin indes begriff schnell und rief gleich nach hinten, das sei doch die Gelegenheit, die Vase loszuwerden, mit der die muntere Gruppe dann froh abzog. Auch das farbenfrohe Teil durfte sie behalten.

Die Vase hatte vermutlich hinten im Weg gestanden, dem Wesen von Vasen entsprechend, bis man sie dringlichst sucht. Wären wir alle in einem Micky-Maus-Heftchen gewesen, hätte als nächstes Tante Klarabella ihren Besuch angemeldet, jene Tante Klarabella, die uns die Vase zum Geburtstag geschenkt hätte. Eine rasante Jagd nach der Vase wäre gefolgt. So aber ging es auch hier bald wieder um ganz anderes.

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