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Ist es nicht knuffig, das Bärtierchen?

Times mager

Bärige Mikroben

  • Sylvia Staude
    VonSylvia Staude
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Die gute Nachricht: Auf der Erde gibt es Lebewesen, die uns um ein Vielfaches überleben werden.

Die gute Nachricht zu Wochenbeginn: Was auch immer wir mit der Erde anstellen – backen, braten, grillen, austrocknen, unter Wasser setzen –, es wird uns nicht gelingen, das Leben auf ihr und insbesondere tief in ihr vollständig auszulöschen. Und es ist hier nicht die Rede von Ratten, Schmeißfliegen, Würmern, Kakerlaken, kein Grund also, angeekelt das Gesicht zu verziehen. Kein Grund, sich Sorgen zu machen, dass die Kakerlaken während Ihrer, äh, ausgedehnten Abwesenheit ans Früchtemüsli oder den sündteuren Serrano-Schinken gehen.

Es ist die Rede von Mikroben, die es so lange in einem, wie es die Wissenschaft nennt, „vorübergehend unterbrochenen Leben“ aushalten, dass der Mensch sich in aller Ruhe abschaffen kann, während die Mikroben sich beim Klingeln des Weckers („Morgen, Kinder, die Luft ist rein!“) erst nochmal für ein paar Millionen Jahre auf die andere Seite drehen – also, falls Mikroben so was wie eine andere Seite haben. Manche scheinen kilometerweit im Erdinneren auch munter und fidel zu sein – das sind die sogenannten Party-Mikroben, sie lassen keine Fete aus. Und erzählen sich Witze über das vorübergehende Auftreten von Homo sapiens: Was geht viel schneller vorbei als eine Mikroben-Grippe?

Es muss bei Fragen des Überlebens aber auch die Rede sein von Bärtierchen, von denen man derzeit wieder lesen kann. Die B. heißen Bärtierchen, weil sie irgendwie rund und knuffig sind (also, wenn man sie unterm Mikroskop sieht, denn sie sind in der Regel weniger als einen Millimeter lang, da ist knuffig sehr relativ): Sie sind quasi Michelinmännchen mit acht Beinen und oft schwarzen, gelegentlich auch roten – huiii – Augenknöpfchen. Sie sind langsam, ihre Muskeln bestehen manchmal nur aus einer einzigen Muskelzelle; da würde selbst Usain Bolt einen Tick länger brauchen.

Bärtierchen benötigen eigentlich ein bisschen Wasser, am liebsten leben sie darum in Moospolstern. Gibt es aber kein Wasser oder ist es sehr kalt, gehen sie in ein Resistenzstadium über, rollen sich zum Beispiel zum Tönnchen zusammen und bilden quasi eine Haut um sich selbst, die wasserundurchlässig ist. So warten sie einfach, während der Mensch einkaufen geht, im Stau steht, über das Wetter schimpft, über den Nachbarn schimpft, weil dessen Hund schon wieder bellt oder seinen Haufen schon wieder im falschen Garten gemacht hat (im richtigen aus Sicht des Nachbarn). Allemal wäre es vernünftiger, wir würden uns ein paar Bärtierchen halten und von ihnen lernen, wie man sich dauerhaft zusammenrollt, so lange es noch nicht zu spät ist.

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