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Times Mager

Tierisch

  • Sylvia Staude
    VonSylvia Staude
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Es wird viel Gedöns gemacht um den intellektuellen Unterschied zwischen dem Menschen und dem Tier. Der entscheidende Unterschied ist aber: Das Tier bewegt sich, der Mensch ist verkrampft. Von Sylvia Staude

Es wird viel Gedöns gemacht um den intellektuellen Unterschied zwischen dem Menschen und dem Tier. Sie, lieber Leser, liebe Leserin, können zum Beispiel diesen geistreichen Text lesen, ihr Goldhamster nicht (obwohl: kann man da sicher sein?). Sie können in die Oper gehen, in die Van-Gogh-Ausstellung, in die Eckkneipe, in die Disco.

Aber apropos Disco, da fängt es schon an. Es gibt menschliche Natur(!)-Talente, aber alle anderen bewegen sich in der Regel wie der sprichwörtliche Affe auf dem Schleifstein. Haben Sie einmal darüber nachgedacht, dass sich selbst ein Bernhardiner oder Chihuahua in der Disco nie blamieren könnten? Denn der wirklich entscheidende Unterschied zwischen dem Menschen und dem Tier ist: Das Tier bewegt sich, der Mensch verkrampft sich.

Nicht ohne Häme ging kürzlich eine Meldung durch die Presse, wonach "sogar ein Papagei besser tanzt als ein Physiker" (was für ein unfairer Vergleich, für den Papagei). Wissenschaftler hatten herausgefunden, dass zumindest einzelne Exemplare der Familie Cacatuidae sich nicht nur gern zu Musik bewegen, sondern, wenn der Rhythmus sich ändert, ihren Tanz dem neuen Takt anpassen. Nun kursieren Videos des gefiederten Vortänzers Snowball im Internet, Kommentatoren finden den Vogel zum Schreien komisch. In der Tat bewegt er sich, rhythmisch nickend und mal das eine, mal das andere Bein hebend, ungefähr so grazil wie unser Lateinlehrer beim Abschlussball. Aber was würden Sie tun, wenn man Sie mit "Another One Bites the Dust" oder den Backstreet Boys beschallen würde, die den ungeheuer intellektuellen Refrain singen: "Everyboooody/ Rock Your Boooody".

Die wahren Machtverhältnisse in Sachen Bewegungsintelligenz sind schnell wieder hergestellt, wenn man in dieser Jahreszeit die Feldwege der schönen Wetterau entlang joggt. Die Stirne kräuselt, die Schultern hebt, denn war da nicht eben ein ganz leichtes unangenehmes Ziehen im rechten Knöchel? Bahnt sich da was an? Tritt man falsch auf? Hat man die falschen Schuhe? Sollte man seine Joggingtechnik auf den neuesten wissenschaftlichen Stand bringen? Derweil läuft ein Stück vor einem, am Wegrand, ein Hase ganz mühelos. Und blickt spöttisch über die Schulter zurück.

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