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Exorzismus mal anders: ein in den USA verurteilter Wilderer muss während seiner Haft einmal pro Monat den Film "Bambi" sehen.

Times mager

Teufel

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Da ist er wieder, der Schuft. Ausgerechnet zur Weihnachtszeit.

Wir kennen das alle, gerade aus der Weihnachtszeit: Plötzlich hat man Besuch von Leuten, die man seit einem Jahr nicht mehr gesehen hat. Die Leute, die man das ganze Jahr gesehen hat, ziehen sich in entlegene Zimmer zurück und rascheln mit etwas, das wie Geschenkpapier klingt. Kinder, die das ganze Jahr über nur ihr Smartphone angesehen haben, überreichen analog lächelnd umfangreiche Wunschlisten, geschrieben auf Papier (!). Gelegentlich verfallen wir in Trance und träumen, das Weihnachtsfest sei abgeschafft. Kurz: Es häufen sich besondere Vorgänge in der eigenen Wohnung, und die Zahl der Visionen nimmt zu.

Damit ist nicht zu spaßen. Wie das Times mager ausgerechnet kurz vor dem vierten Advent erfuhr, geht es bei all diesen Dingen höchstwahrscheinlich mit dem Teufel zu. Antonio Maria Rejano, berichtete uns die Katholische Nachrichtenagentur, „sieht eine nie zuvor dagewesene Präsenz des Teufels in der Welt“.

Um ehrlich zu sein: Diesen Eindruck kann das Times mager nur teilen, da man ja nun wirklich genug zu lesen bekommt von twitternden Kriegstreibern und anderen durchgeknallten Potentaten. Aber wer so denkt, hat die Rechnung ohne den „Exorzismus-Experten“ aus dem spanischen Badajoz gemacht, also ohne Monsignore Antonio Maria Rejano. Die Anwesenheit des Teufels, ließ er wissen, erkenne man einerseits an „außergewöhnlichen Vorgängen in der eigenen Wohnung“ und andererseits an „Visionen“ (er sprach auch vom „unvermittelten Sprechen toter Sprachen“, aber das hat nach Beobachtungen des Times mager erheblich nachgelassen).

A propos Exorzismus: Wussten Sie eigentlich, dass das „Time Magazine“ den Film „Bambi“ zu den 25 besten Horrorfilmen der Geschichte zählt, genau wie „Der Exorzist“? Diese Information entnehmen wir einer Meldung, nach der ein Wilderer in den USA zu einem Jahr Gefängnis verurteilt wurde, weil er „über einen Zeitraum von drei Jahren illegal hunderte Hirsche getötet haben“ soll. Zusätzlich muss der Verurteilte während der Haft einmal im Monat „Bambi“ schauen, zum ersten Mal noch vor Weihnachten. Der Staatsanwalt soll gesagt haben, wenn Bambi bei dem notorischen Wilderer etwas auslöse, „soll es mir recht sein“. Etwas sehr nonchalant, finden Sie nicht?

Es liegt dennoch nahe, diese Strafe als ausgeklügelte Form des Exorzismus anzusehen. Pfarrer Rejano dagegen empfiehlt nicht „Bambi, Bambi, Bambi“, sondern „Beten, beten, beten“. Das ist originell, und es müsste mit dem Teufel zugehen, wenn es nicht wirkt.

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