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Daniel Bahr (FDP), einst als "Pflege-Bahr" bekannt, ist Ex-Gesundheitsminister und jetzt bei der Allianz beschäftigt.
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Daniel Bahr (FDP), einst als "Pflege-Bahr" bekannt, ist Ex-Gesundheitsminister und jetzt bei der Allianz beschäftigt.

Times mager

Telko

  • Stephan Hebel
    VonStephan Hebel
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Fortsetzung heute: Nette und furchtbare Wörter sowie ein Sprechkurs für Leute, die unvermittelt zur "Allianz" wechseln.

Es ist an der Zeit, sich in aller gebotenen Offenheit der Leserkritik zu stellen, auch und gerade an einem Ort wie dem „Times mager“, das die Republik als Ort mutigen und analytischen Investigativ-Journalismus kennt.

Wir bedanken uns bei den Lesern C. und C., die sich, trotz initialer Ähnlichkeit ganz unabhängig voneinander, auf die kürzlich hier gemachten Ausführungen zu den Sprachmüll-Elementen Telefon-„Schalte“ und „herausfordernd“ geäußert haben.

Zunächst also zu Leser C., dessen Meinung wir bisher schätzten. Wie er es allerdings wagen konnte, die „Schalte“ als „dann doch ganz nettes Wörtchen“ zu bezeichnen, wird uns und allen, die guten Willens sind, immer ein Rätsel bleiben. Zustimmend nehmen wir dagegen C.s Kritik daran zur Kenntnis, dass die ihm bekannten Schalten-Schätzchen „das furchtbare Managersprechunwort ,Telko‘“ verwenden, das sie, so C., „vermutlich noch hipper“ finden, „wenn man das ,k‘ durch ein ,c‘ ersetzt)“.

Der Mann des Pflege-Bahr

Wer fühlen will, wie furchtbar das alles ist, stelle sich einfach Herrn Daniel Bahr (FDP) bei einer „Telco“ vor. Bahr ist der junge Mann, der einst irgendwie Minister wurde und prompt die Pflegeversicherten in die Arme der privaten Finanzwirtschaft zu treiben versuchte („Pflege-Bahr“). Er geht folgerichtig bald bei der „Allianz“ arbeiten, was für ihn sicher „herausfordernd“, aber doch auch eine schöne Belohnung ist.

Damit kommen wir zu Leser C., den wir fast noch mehr schätzen als C., da er eine Neigung besitzt, die Frankfurter Rundschau vollständig zu studieren und bei Bedarf ebenso vollständig zu referieren. Als hätte er schon gewusst, was Daniel Bahr so vorhat, entwarf C. so etwas wie einen Sprechkurs für Leute, die zur Allianz wechseln, nicht ohne der übermäßigen Feinfühligkeit unserer Kritik am Dumpfbegriff „herausfordernd“ klare Worte entgegenzusetzen: „,Einen Tick‘ (Steigerung: ,Einen Ticken‘!) besser hätte mir die Kolumne noch gefallen, wenn Du erwähnt hättest, dass es für jede ,Challenge‘ das universelle Gegenmittel gibt, nämlich ,aufgestellt sein‘ (gut, besser, international, attraktiv, flexibel ...). Denn dadurch wird alles ,kein Thema‘ (Steigerung: ,Hat man kein Thema mit ...‘!).“ Danke, C., ich sag mal: Das können wir so stehen lassen.

C. fügte noch hinzu: „Und samstags quält mich dann die Sportschau, wenn der Stürmer zunächst ,Alarm macht‘ und danach ,humorlos einnetzt‘, zumal der Tormann ,einen gebrauchten Tag hat‘.“ C. ahnt nicht, wie unsereins leidet. Wir haben Sky.

C. endete so: „Bis morgen (Ich so: ,Lass treffen‘. Er so: ‚Macht Sinn‘).“ Wir haben abgesagt.

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