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Times Mager

Taube Ohren

  • VonHans-Jürgen Linke
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Die Stadt Linz und das Land Oberösterreich steigen aus der Finanzierung des Akustikons aus. Will Linz nichts Neues mehr wissen? Von Hans-Jürgen Linke

Vielleicht hätte Peter Androsch einfach tun sollen, was die meisten tun: Als Leiter der Musik-Abteilung der Kulturhauptstadt Linz 2009 hätte er ein paar schicke und ein paar effektvolle Konzerte veranstalten und ein paar große Namen in die Stadt holen können, und am 1. Januar 2010 wäre alles vorbei gewesen. Peter Androsch aber war eher an etwas Bleibendem interessiert. Und kaum etwas bleibt länger als ein Gebäude, das mit einer Idee verknüpft ist. Die Idee war, für einen demokratischen, dazu architektonisch, psychologisch und medizinisch aufgeklärten Umgang mit Lärm eine neue Grundlage zu schaffen. Eine überaus urbane Idee, zukunftsträchtig, neuartig.

Um ihr einen Ort zu sichern, wurde in Linz das Akustikon gegründet, ein anregendes kleines Museum, das verschiedene akustische Erfahrungen ermöglichte, Denkanstöße vermittelte und zu einem Kristallisationskern dessen werden sollte, was für eine verantwortungsbewusste Planung unserer akustischen Umwelt am dringendsten gebraucht wird: Ideen und Wissen.

Nach gerade mal einem Jahr mit immerhin 16.000 angeregten Museumsbesuchern ist es damit nun schon wieder vorbei. Die Stadt Linz und das Land Oberösterreich steigen aus der Finanzierung des Akustikons aus. Nicht dass damit besonders viel Geld gespart würde, es wird nur maximaler Schaden angerichtet und maximale Gedankenlosigkeit eindrucksvoll betont.

Das Hörstadt-Projekt, das im Akustikon seine vier Wände hatte, wird damit bald heimat- aber keineswegs wirkungslos. Androsch hat das Projekt gerade im Rahmen von "Kulturhauptstadt Marseille 2017" präsentiert; das Europäische Parlament in Brüssel informierte sich und seine Gäste anhand einer Hörstadt-Ausstellung, mehrere Städte - darunter nicht ganz unbedeutende wie Hamburg - haben das Potenzial erkannt und mit dem Linzer Projekt zu kooperieren begonnen, und Anfang der kommenden Woche findet in Linz das erste Hörstadt-Symposium statt.

Das Projekt breitet sich also aus und beweist seine Nachhaltigkeit. Nur sein ursprüngliches Massezentrum verliert es in zwei Wochen. Was aber verliert Linz?

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