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Was benötigen Sie noch so an Oberbekleidung in Zeiten des Zuhausebüros?
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Was benötigen Sie noch so an Oberbekleidung in Zeiten des Zuhausebüros?

Times mager

Taschengeld

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Untragbar: Viel zu viele Kleiderstücke im Schrank, aber was soll man machen?

Zwei Hosen: eine für Spaziergänge, eine zum Arbeiten und Einkaufen, keine für Videokonferenzen. Drei T-Shirts: eins für draußen, eins für drinnen, eins zum Schlafen. Ein Hemd: für Videokonferenzen. Fertig. Oder was benötigen Sie noch so an Oberbekleidung in Zeiten des Zuhausebüros, jetzt mal Hand auf die Knopfleiste?

Seit Menschengedenken kein Jackett mehr vom Bügel gezogen. Die Situation auf dem Hosen- und T-Shirt-Sektor ist ohnehin seit Jahren verfahren. Kein Körper kann je auftragen, was sich im Schrank türmt. Schon vor Ausbruch der Pandemie gab es Neuzugänge im Kader, die nie eine Chance hatten, in die erste Elf der körpernahen Textilien zu rücken. Günstig erworben, um bis zum Zerfall ein Dasein im Dunkeln zu fristen. Untragbare Zustände.

Also weg. Modenschau, dann weg. Alle Hosen aus dem Schrank reißen. Eine nach der anderen anziehen und dann weg, weg, weg. Sicher passt eh keine mehr, weil: fünf Kilo zugenommen. Danke, Corona.

Natürlich passen alle. Natürlich sitzen alle plötzlich wie angegossen. Natürlich führt jede einzelne Hose vor, welch sinnvoller Kauf sie damals war für diese und jene Gelegenheit, die dann niemals kam. Moment: bisher niemals kam. Manche Hosen arbeiten mit hinterhältigen Tricks. Haben unverhofft Zehn-Euro-Scheine in der Tasche. Bestechungsgeld. Hier, nimm. Und lass mich. Schick mich nicht weg. Du bist so anziehend.

In einer anderen Zeit, als die Hosen im Schrank noch viel kleiner und viel weniger waren, lief im Fernsehen eine schwedische Serie: „Der Junge mit den Goldhosen“. Immer, wenn der Junge in eine bestimmte Tasche seiner Cordhose griff, waren zehn Kronen drin. Nachdem das junge Publikum seine eigenen (zwei) Hosen durchwühlt hatte, stand fest, es funktioniert nur in Schweden, womöglich auch in Norwegen, jedenfalls nicht mit Mark, nur mit Kronen. Außerdem hatte die Sache angeblich einen Haken (Umverteilung von Zehn-Kronen-Scheinen, aber nicht von oben nach unten), der mit wachsender Hosengröße aus dem Gedächtnis schwand. Geblieben ist nur die dramatische Szene im reißenden Wasser, in der sich der Junge entscheiden muss: am Leben bleiben oder Hose anbehalten. Wer kennt das nicht.

Wenig hilfreich ist es beim Aussortieren unnötiger Kleidungsstücke, wenn körpernahe Personen hereinkommen, auf die drei aussortierten Kandidaten blicken (Menge entspricht etwa sieben Prozent des Bestands) und sagen: Was, das hier willst du weggeben? Das ist doch noch schön/Darin haben wir uns damals/Macht einen sexy Po/Kannst du doch prima zum Reifenwechsel/Gehört das nicht mir?

Vielleicht brennt’s ja irgendwann mal.

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