Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Für 10 Dollar kann man sich einen Namen auf ihren Körper tätowieren lassen: Straßenkünstlerin Illma Gore.
+
Für 10 Dollar kann man sich einen Namen auf ihren Körper tätowieren lassen: Straßenkünstlerin Illma Gore.

Times mager

Tätowier sie

Die Künstlerin Illma Gore erklärt, sie wolle eine lebende, atmende Leinwand sein. "Tattoo Me" heißt ihre Aktion.

In einem anständigen Edgar-Wallace-Roman unterschrieben Personen, die ungenannt bleiben wollten oder mussten, ihre teils drohenden, teils hilfreichen Botschaften noch mit Namen wie „Die blutige Hand“, „Ihr Racheengel“ oder „Eine Freundin“. Die Leserin grauste es, oder Hoffnung durchströmte sie, sowohl innerhalb als auch außerhalb des Buches. Heute, wo die Konkurrenz der Pseudonyme überbordend groß ist, geht es eher in humoristische Richtungen, „Frankfurter Würstchen“, „Lollipop“ oder „Homer“ erläutern, was sie von der und der Angelegenheit halten. Na ja, erläutern ist vielleicht etwas zu viel gesagt.

Nun hat die amerikanische Straßenkünstlerin Illma Gore folgendes Angebot gemacht. Für 10 Dollar kann man sich einen Namen auf ihren Körper tätowieren lassen. Für 25 Dollar den eigenen Namen plus den eines Freundes oder zwei bis vier Wörter. Das ist etwas krass, läuft aber wohl ganz gut. Die erste Crowdfunding-Seite, auf der Illma Gore für ihren Plan warb, sprang zwar ab, auf gofundme.com kann man sich jetzt aber ansehen, dass schon viele (gestern 426) mitmachen. „Tattoo Me“ heißt die Aktion.

Illma Gore erklärt, sie wolle eine lebende, atmende Leinwand sein. Auch um die Dauerhaftigkeit des entstehenden Werkes geht es ihr, aber darauf kann wirklich nur eine Performerin kommen, die die auf anderen Leinwänden seit einiger Zeit befindlichen Kunststücke schlicht nicht zur Kenntnis nimmt. Was stimmt, ist allerdings, dass eine Tätowierung weit länger hält als ein Rubbelbild.

Brachialer Körpereinsatz

Natürlich ist das auch nicht mehr neu und vielmehr schwierig, über Marina Abramovics brachialen Körpereinsatz in der Kunst noch hinauszukommen.

Grischa Heinz möchte seinen Namen jedenfalls gerne weit oben auf Illma Gores rechtem Oberschenkel haben (69 Dollar, möglicherweise ist uns das Kleingedruckte entgangen), eine Stelle, die er als besonders intim an ihrem „göttlichen Körper“ ausgemacht hat. „Göttlicher Körper“ klingt auf Englisch weniger peinlich, aber nur etwas.

Entgleisungen aller Arten sind in der Aktion vorgesehen und erlaubt (außer „Hass“, so Gore). Das ist bedauerlich – würde ich sagen –, denn daraus folgt, dass die einzahlenden Personen bereits mit den üblichen witzigen Einfällen auflaufen und Namen wie „snooty pizza“ oder „tobacco rat“ angeben. Begreiflicherweise möchte nicht jeder Mensch seinen Klarnamen auf der Wange einer Künstlerin lesen. Dann lieber: Penis. Andererseits ist offensichtlich, dass Ersteres der eigentliche Hammer (und magisch!) wäre. Immer nur der andere soll bloßgestellt werden, oder?

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare