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Ein Eichhörnchen sitzt im Baum. In Nordrhein-Westfalen sind zum Wochenende sonniges Wetter und mildere Temperaturen angekündigt.
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Ein Eichhörnchen sitzt im Baum. In Nordrhein-Westfalen sind zum Wochenende sonniges Wetter und mildere Temperaturen angekündigt.

Times mager

Sucherei

  • Judith von Sternburg
    VonJudith von Sternburg
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Zu Ostern besonders, aber keineswegs nur zu Ostern heißt es: suchen! Egal, ob man Eichhörnchen oder Mensch ist.

„Hei, juchhei! Kommt herbei! / Suchen wir das Osterei! / Immerfort, hier und dort / Und an jedem Ort!“ August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

Kürzlich raste also ein Eichhörnchen zu einem Blumentopf und wühlte in der darin befindlichen Erde. Der Mensch hinter dem Fenster kicherte fies rum, weil ja nun inzwischen jeder weiß, wie dumm Eichhörnchen sind. Da griff das Tier aber schon die Walnuss, die es ausgebuddelt hatte, und jagte von dannen.

Viel schwieriger war es, die Färbetabletten wiederzufinden, die sich nur entweder in der Handtasche oder in der Wintermanteltasche oder in der Übergangsmanteltasche oder in der Süßigkeitentüte oder im Keller oder in der Küche oder auf dem Homeoffice-Schreibtisch oder womöglich doch in der Redaktion befinden konnten. Der Homeoffice-Schreibtisch ist inzwischen so unübersichtlich, dass alleine seine Durchwühlung mit der Durchwühlung eines Blumentopfes nicht zu vergleichen ist. Außerdem sind Färbetabletten flach, wohingegen eine Walnuss – zumal in Relation zum Eichhörnchenkörper – sehr voluminös ist.

Und obwohl nur eine Sache noch älter ist als das Osterei vom vergangenen Osterfest, wollen wir auch den diesjährigen Ablauf der Ereignisse kurz rekapitulieren. Das erfolgreichste Versteck befand sich in Augenhöhe der Suchenden, aber zum Glück bot ein winziger Vorsprung offenbar derartigen Sichtschutz, dass erst die dritte und dreiköpfige Untersuchung des Schauplatzes das noch dazu tückisch flache Paket an den Tag brachte. Das zweiterfolgreichste Versteck war der Briefkasten, ein äußerst pfiffiger Einfall, der typischerweise von einer besonders nahestehenden Blutsverwandten durchschaut wurde. Beim dritterfolgreichsten Versteck mussten sich die Suchenden immerhin recken und strecken. Beim vierterfolgreichsten Versteck wäre um ein Haar beim Laubrechen im Herbst ein vergammelter Hase aufgetaucht, denn wer kann sich schon alle Verstecke merken.

In Nachbars Garten versuchte der Vater dem Sohn zu erklären, dass ein nochmaliger Besuch des Osterhasen ganz unwahrscheinlich sei. Woher er, der Vater, das denn wissen wolle und so weiter. Das Osterei aus dem Briefkasten enthielt ein sehr teilchenreiches Marken-Puzzle. Bestechend hier der Hinweis auf die „Softclick-Technology“, die eine „hundertprozentige Passgenauigkeit, ein optimales Zusammenhalten, absolute Planlage des Puzzles und individuell geformte Puzzleteile“ garantiert. „Made in Germany“. Auch dies ein Labsal an Präzision, Treffsicherheit und Kontrolle in diesen Tagen des Selbstzweifels.

„Und ich sag’s, es bleibt dabei, / Gern such’ ich ein Osterei.“ Hoffmann von Fallersleben

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