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Wenn der Gabelstapler keine Gabeln stapelt, warum heißt er dann so?
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Wenn der Gabelstapler keine Gabeln stapelt, warum heißt er dann so?

Times mager

Stapel

  • Stephan Hebel
    VonStephan Hebel
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Was reden die Eltern da? Von Mondlandung und Gabelstaplern. Glücklicherweise gab es Enten zu füttern.

Die Sache mit dem Jägerschnitzel und dem Schweineschnitzel ist ja hinlänglich bekannt insoweit, als das Fleisch des Jägerschnitzels nicht vom Jäger stammt, während das Schweineschnitzel keineswegs nach Schweineart zubereitet wird. Aber was ist eigentlich mit der Mondlandung und dem Flusslauf und dem Gabelstapler?

Jüngst stand hinter einem Lkw ein Gabelstapler, bereit, die auszuladende Ware auf seine Gabel zu stapeln, und das Kind fragte den Vater (nicht die Mutter): Was ist das? Vater: Ein Gabelstapler. Kind: Was macht der Gabeldabel? Der Vater, der ganz sicher einen Clown gefrühstückt hatte: Der stapelt Gabeln. Die Mutter: Und die Mondlandung?

Der Vater verstand sofort: Mondlandung? Hat es nie gegeben! Wo, bitte, soll denn der Mond gelandet sein? Steht er nicht Nacht für Nacht am Himmel wie eh und je? Wird er nicht auf ewig unsere Erde umkreisen, bei der es sich womöglich um eine Scheibe handelt? Zeige sich Letzteres nicht schon daran, dass der päpstliche Segen zu Weihnachten und Ostern „der Stadt und dem Erdkreis“ gespendet werde und nicht etwa der -kugel?

Das Kind hörte glücklicherweise nicht mehr zu, sondern sprach leise mit den Enten, denn die Familie hatte inzwischen das Ufer des kleinen Flusses erreicht. Wer zuerst an der Brücke ist!, rief die Mutter. Der Vater: Ach nee, nicht schon wieder einen Flusslauf! Die Mutter: Flusslauf? Vater: Naja, so wie Waldlauf, nur halt mit Fluss.

Und so weiter. Diese ganze, vollkommen unglaubwürdige Geschichte dient ausschließlich dem Zweck, den Fallstricken der deutschen Sprache, bei denen es sich übrigens im Gegensatz zum Fall „Falltüren“ keineswegs um fallende Stricke handelt, beredt Ausdruck zu verleihen. Das ist nicht zuletzt deshalb dringend vonnöten, weil ja auch das öffentliche Sprechen immer wieder seine Tücken besitzt.

So muss darauf hingewiesen werden, dass es sich bei einem „Brückenlockdown“ keineswegs um die Rückkehr ins Zeitalter der Ritter und Burgen handelt, als bei Gefahr die Zugbrücken hochgezogen wurden. Zugbrücken gibt es ja ohnehin nur noch als Flussläufe überspannende Bauwerke, auf denen Eisenbahnen rollen.

Wir dürfen annehmen, dass der Erfinder des „Brückenlockdowns“ um diese Problematik weiß und etwas anderes als Zugbrücken meinte. Armin Laschet ist schließlich nicht irgendwer, sondern Teil eines „Kanzlerduells“, wie es so schön heißt, obwohl Deutschland gar keine zwei Kanzler hat, die sich duellieren könnten.

Aber wir wissen ja, was gemeint ist: Wir leben in Zeiten der „Merkeldämmerung“. Das ist der Moment, in dem einer scheidenden Kanzlerin dämmert, was sie hinterlässt.

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