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Hinter der vorgeblendeten Fassade steckt Beton.
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Hinter der vorgeblendeten Fassade steckt Beton.

Times mager

Stahlbeton

  • Christian Thomas
    VonChristian Thomas
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Die Altstadt-Debatte in Frankfurt: Eigentlich kann es keine Verwunderung mehr darüber geben, dass hinter den vorgeblendeten Fassaden der Beton steckt.

Die Animationen stellen eine Altstadt vor Augen, die keine ist und die keine sein wird. Dennoch, eine Vision ist die Frankfurter Altstadt seit 2005. Damals wurde im FR-Feuilleton darauf hingewiesen, dass Frankfurt ein Imitat anstrebe, sei doch absehbar, dass dem Kern der Nagelneubauten aus Stahlbeton Fachwerkfassaden vorgeblendet würden.

Diese Erkenntnis hat soeben auch der Direktor des Deutschen Architekturmuseums, Peter Chachola Schmal, in einem FR-Interview aufgegriffen und als Einwand gegen die sogenannte Rekonstruktion unter die Leser gebracht. Zu erwarten sei nicht Authentisches, vielmehr werde es sich um Zitate aus der Historie handeln.

Um hier aber vielleicht ein authentisches FR-Zitat aus dem Jahr 2005 zu bringen: „Das Wort Rekonstruktion ist ein Etikettenschwindel. Weder in Berlin noch in Frankfurt wird es sich um Wiederaufbauleistungen aus Vorhandenem handeln, sondern um Neubauten – im wesentlichen solche aus Stahl, Beton und Glas.“

Vierfache Differenzierung

Damals wurde eine vierfache Differenzierung eingeführt: „die konservierend-antiquarische Rekonstruktion wie im Falle des Frankfurter Goethehauses, die kritisch-interpretierende wie bei der Frankfurter Paulskirche. Die Camouflage aber, wie sie Frankfurt und Berlin anstreben, steht nicht einmal in der Tradition eines kalligrafischen Wiederaufbaus, wie er an den Fassaden der Alten Oper Frankfurts exemplarisch ablesbar ist. Die Befürworter einer Camouflage müssen sich mit dem Vorwurf abfinden, dass ihre Nagelneubauvorhaben eine historische Respektlosigkeit gegenüber den Verantwortlichen authentischer Rekonstruktionen darstellen.“

Auf dieser Differenzierung basiert immerhin die Tatsache, dass neben den Imitaten auch „Altstadt“-Bauten in Frankfurt errichtet werden, die keine Vergangenheit vorgaukeln, sondern als zeitgenössische Interpretation zu erkennen sind. Anstelle von Imitaten auch Interpretationen.

Über beide hat sich jetzt erneut der Frankfurter Dom-Römer-Ausschuss gebeugt. Dabei wurden die Projektmanager vom Ausschussvorsitzenden Uli Baier (Grüne) verwundert gefragt, ob Schmal damit recht habe, dass es sich hinter den vorgeblendeten Fassaden um Stahlbetonbauten handele? Dieses Erstaunen ist allerdings ein starkes Stück. Es ist nur zu erklären mit einer gewaltigen Amnesie, die bisherige Altstadtdebatte betreffend. Ganz abgesehen davon, dass ein Bummel, die Baustelle entlang, untrüglich deutlich macht, in was für ein stahlbetonhartes Gehäuse der Gedächtnisstörung Frankfurt investiert hat.

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