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Judith von Sternburg
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Judith von Sternburg

Times Mager

Spitzer

In der Schule stellt sich inzwischen schon die Frage, ob Kinder weiterhin Schreibschrift üben sollen oder auf die bereits erlernten Druckbuchstaben zurückzugreifen dürfen. Auf der anderen Seite erfreuen sich Schreibschriften im Computer größter Beliebtheit.

Auch beim Elternabend der 3b (Name von der Redaktion geändert) ging es kürzlich um die Frage, ob die Kinder weiterhin Schreibschrift üben sollen. Alternativ dazu könnte ihnen schon jetzt freigestellt werden, auf die bereits erlernten Druckbuchstaben zurückzugreifen. Bald werden sie, so das Kalkül der Schulbehörden und Schreibschriftverächter, ohnehin Computertastaturen benutzen.

Auch wer eine 5 im Schreiben hatte und auch wer im öffentlichen Bereich Druckbuchstaben benutzt, damit andere Menschen sich zurechtfinden, und auch wer seine Notizen leider nur zwei Tage lang lesen kann, wird an dieser Stelle möglicherweise ausrufen: So weit ist es mit uns gekommen.

Zum Gegentrend gehört nicht nur die Beliebtheit von Schreibschriften im Computer (eine groteske Volte). Sondern indirekt auch der Erfolg, den der Brite David Rees mit seinem Bleistiftspitz-Service hat. Kunden senden ihren Bleistift ein und erhalten ihn extrem gut angespitzt wieder zurück (mehr unter www.artisanalpencilsharpening.com). Das wäre uns vielleicht gar nicht so ins Auge gestochen – denn selbstverständlich handelt es sich um einen ganz guten Witz, aber einen Witz –, wenn David Rees nicht berichtet hätte, dass er vor allem aus Deutschland viele Anfragen erhält. Ist es die reine Neugier, die die hiesige Kundschaft in die Fänge eines ebenso hochpreisigen (Minimum: 15 Euro) wie nur sehr kurzfristig hilfreichen Dienstes treibt? Oder ist es nicht tatsächlich das Bedürfnis nach einem ernstlich spitzen und besonders funktionstüchtigen Bleistift?

Hier schließt sich der Kreis. Der Kampf um spitze Bleistifte wird auch in jenen Teilen der Redaktionen noch immer geführt, die das Terminbuch dem elektronischen Wochenplan vorziehen. Erst ein Spitzer mit Namen (gedruckt auf Selbstklebeband) schuf Abhilfe. Und die 3b übt vorerst weiter Schreibschrift. Sie ist vom Typ Vereinfachte Ausgangsschrift und damit nicht jedermanns Sache. Sie kann einem sogar ganz schön gegen den Strich gehen. Wer aber einmal zuschaut, wie der Stift (Tintenroller) einer Achtjährigen übers Papier saust, wird den Hut ziehen vor der Kulturtechnik des flüssigen Schreibens. Und sie nicht vor der Zeit preisgeben.

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