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Ein Feuerwerk gehört zu jedem guten Volksfest dazu.
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Ein Feuerwerk gehört zu jedem guten Volksfest dazu.

Times mager

Spielen

  • Stephan Hebel
    VonStephan Hebel
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Ist es nicht verwunderlich, dass auch im hohen Alter noch seit Jahrzehnten bekannte Dinge entdeckt werden können.

Auch im hohen Alter kann es passieren, dass man Dinge entdeckt, die jeder andere seit Jahrzehnten kannte, ohne dass man davon wusste. Weder von den Dingen, noch natürlich davon, dass die anderen sie schon lange kannten, aber das ist ja klar, denn hätte man Letzteres gewusst, dann wären einem die Dinge ebenfalls bekanntgeworden und womöglich umgekehrt.

Im Lauf einer kleinen Urlaubsreise im Inland stießen wir auf ein interessantes Gesellschaftsspiel. Es geht, kurz gesagt, darum, eine Reihe von Spielkarten erst aufzuhäufen, um sie gleich anschließend wieder wegzulegen. Das ist, zugegeben, bei Kartenspielen nicht selten der Fall, aber natürlich gibt es hier spezielle Regeln und Aufgaben, die näher zu beschreiben den Rahmen sprengen würde.

Der Urlaub jedenfalls nahm eine dramatische Wendung. Wir spielten ganze Sommernächte durch, wir kombinierten und antizipierten und fintierten und entwickelten, wie wir meinten, die ausgefeiltesten Strategien. Bis wir im Internet lasen, das Spiel sei nicht nur seit Jahrzehnten ein Klassiker, sondern auch etwas einfach gestrickt, was die strategischen Herausforderungen betreffe. Es sei deshalb für Kinder ab acht Jahren konzipiert, die es oft mit der Brillanz eines Schachspielers praktizierten, existiere inzwischen auch als App und sei in quasi allen Haushalten mit Schulkindern präsent, was uns eine kleine Umfrage nach der Rückkehr aus dem Urlaub sofort bestätigte.

Wir finden es übrigens richtig gut, dass wir den Namen des Spiels hier nicht nennen, weil das Werbung wäre. So, als würden wir das Frankfurter Waldstadion als Commerzbank-Arena bezeichnen, was wir ebenfalls nie tun. Wir waren also nicht nur etwas verspätet dran mit unserer Entdeckung, es relativierte sich auch unsere Selbstwahrnehmung beziehungsweise diejenige unserer spielstrategischen Kapazitäten. Wir trösteten uns damit, das Spiel sei gar nicht so einfach, wie das Internet behaupte. Vielmehr sei es doch schön, dass auch bei unserem Nachwuchs bereits das hohe Maß an Kombinationsgabe festzustellen sei, das das Spiel in Wahrheit eben doch erfordere.

Wie zum Beweis legte uns die zwölfjährige J., ein entzückendes Exemplar verwandtschaftlichen Nachwuchses, einen Beweis für die geistige Reife der Jugend vor. Beim Besuch eines Volksfest-Feuerwerks fragte sie die Erwachsenen nach dem Anlass, den diese nicht nennen konnten. J. kombinierte gedankenschnell die wichtigen Vorkommnisse der jüngsten Zeit und teilte mit: „Na, dass die Zeitung 70 geworden ist.“ J. spielt auch besser als wir.

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