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Auch das Internet kann in Flammen aufgehen. So wie dieses Cloud-Rechenzentrums des französischen Internetdienstanbieters OVH in Straßburg.
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Auch das Internet kann in Flammen aufgehen. So wie dieses Cloud-Rechenzentrums des französischen Internetdienstanbieters OVH in Straßburg.

Times mager

Speicher

  • Judith von Sternburg
    vonJudith von Sternburg
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Da oben im Himmel, in der Wolke scheinen unsere Daten sicher zu sein. Pustekuchen.

Dass das Internet nicht vergisst, mag der Mensch gelegentlich (andauernd) vergessen. Überhaupt nicht vor Augen aber hat er normalerweise, dass das Internet auch in Flammen aufgehen kann. Also im Zuge einer Oxidationsreaktion, nicht einer psychologischen Aufregung. Zu groß der Respekt, leider nicht vor dem Feuer, sondern vor dem Internet. Das müsste ja ein götterdämmerungsgroßes Feuer sein, und selbst angesichts einer solchen Erwartung setzt sich allmählich der Eindruck durch, dass dann immer noch etliche Ratten und Daten übrig blieben.

Kommt drauf an. Eine aufschlussreiche Vorstellung für Amateurinnen und Amateure auf diesem Gebiet gab jüngst der Großbrand in einem Datenzentrum des Cloud-Anbieters OVH in der Nähe von Straßburg. Firmen und Organisationen, die ihre Clouds ausschließlich hier liegen hatten, verloren je nach Zerstörungsgrad der Server sämtliche Daten. Cloud: Für alle, die im Homeoffice stets eine gut gefüllte Tasse Kaffee neben dem Laptop stehen haben und beim Telefonieren trotzdem herumfuchteln, klingt das so – todsicher. Dass auch eine Cloud am Ende in einem zerstörbaren Gegenstand steckt: Da schau her, verflixt.

Auch die Banausin hätte es aber wissen können. Es gibt eine „Wilsberg“-Folge, in der Wilsberg, Ekki und Alex am Ende als Putztruppe verkleidet (Alex mit Kopftuch und penetrantem „türkischem“ Akzent, aber der deutsche Wachmann glaubt’s ihr) in ein Datenzentrum einbrechen. Sie wollen einen bestimmten Server zerstören, auf dem ein delikater Sexfilm von Alex liegt. Dank erstklassiger Beschilderung der Server (und aufgrund der begrenzten Sendezeit) findet sich das Teil sogleich. Während Wilsberg noch grübelt, wie man den Stecker zieht oder den Ausknopf drückt, donnert Alex das Ding auf den Boden. Klappt hervorragend.

Eindrucksvoll auch die Eingangsszene von Raphaela Edelbauers Roman „Dave“ (soeben erschienen bei Klett-Cotta), in dem in einem gigantomanischen Rechenzentrum der Zukunft die Kühlung ausfällt. Die Tausende (!) von Leutchen, die hier tagein, tagaus vor sich hin programmieren, stürzen zu den Serverräumen und fangen zwischen Qualm, Flammen und glühendem Metall an, kübelweise Wasser auf die Rechner zu schütten und „Kabelstrünke zu entwurzeln“, Stunde um Stunde. „Eine Atmosphäre, wie ich sie mir im brühenden Maschinenraum eines Dampfschiffs vorstellte.“ So viel zum materiellen Anteil des virtuellen Raums.

Hätte die Kundschaft von OVH ihre Clouds zusätzlich an einem weiteren Ort gesichert, wäre es nicht zum Schlimmsten gekommen. OVH bietet solche Back-ups an, aber es kostet mehr. Menschlich kann man also leicht nachvollziehen, wie das passiert ist.

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