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Sparschweine gibt es in jeder Form und allen Farben - und nur die wenigsten überleben die Kindheit ihres Besitzers.
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Sparschweine gibt es in jeder Form und allen Farben - und nur die wenigsten überleben die Kindheit ihres Besitzers.

Times mager

Sparschwein

Sparschweinen gegenüber ist der Mensch immer irgendwie im Nachteil. Obwohl sie heute auch nicht mehr seriöser sind als ein Flexisparkonto.

Der Markt für Sparschweine scheint ungebrochen groß zu sein. Auch wenn es sich zunehmend um Sparkühe, Spardoppeldeckerbusse und Sparkarotten (mit Stengel zum Abnoppen, pfiffig!) handelt, läuft es doch stets auf dasselbe hinaus: Geld anzuhäufeln in einem dekorativen Objekt, welches es anschließend zu zerstören gilt. Schon eine Schlachtung, aber moralisch verhältnismäßig legitimiert.

Der abnoppbare Karottenstrunk weist allerdings bereits darauf hin, dass die fundamentale, der Disziplinierung des Einzahlenden dienende Eigenschaft des Sparschweins, einen Eingang, aber keinen wiederverschließbaren Ausgang zu haben, schon länger unterlaufen wird. Der sparsame Mensch möchte sich nicht permanent ein neues Sparschwein kaufen müssen. Die kurzfristige Abnahme des Karottenstrunks ermöglicht zudem die diskrete Entnahme einer Teilsumme. Somit ist das Sparschwein auch nicht seriöser als das Flexisparkonto.

Wenige Sparschweine überleben die Kindheit ihres Besitzers. Zur planmäßigen Zerstörung kommen verabscheuungswürdige Sparschweinversuche, Wutan- und Unfälle, Entrümpelungen etc.

Durch die Schnauze geht kein Pfennig

Darum ist es erstaunlich, dass das blaue Sparschwein auf einmal wieder auf dem Tisch steht. Ein Familienmitglied muss es gefunden haben. Das blaue Sparschwein ist früh ins Haus gekommen, fürs Geschwister gab es ein rotes, beide aus farbigem Glas und absolut nicht zu öffnen. Die zusätzlich zum einschlägigen Schlitz das Schweineinnere belüftende Schnauze ist so klein, dass kein Pfennig hindurchgeht.

Das blaue Sparschwein ist also wieder da und zwar ist es leer. Das ist merkwürdig. Erstens war es garantiert relativ gut gefüllt. Sollte das Ersparte tatsächlich komplett auf demselben Weg wieder hinausgelangt sein, wie es hineinkam? Der Einwurf zeigt die charakteristischen Messerkratzer, markantere Einbruchspuren sind nicht nachzuweisen. Zweitens sieht man es doch vor sich, das einzige Sparschwein, das man jemals im Leben zagend und zart, aber doch zerhauen hat. Mit Mutterns Hammer. Das blaue.

Was, wenn man jetzt ein wichtiger Zeuge wäre und hätte gerade geschworen, dass das blaue Sparschwein nicht mehr lebt, und in diesem Moment wäre es in den Gerichtssaal marschiert, unterm Raunen der Zuschauer? Nun, man könnte freilich hoffen, dass der Richter sich streng an das blaue Sparschwein wendete und es fragte, wo es sich all die Jahre herumgetrieben habe. Und die mindestens 25 Mark verjuxt. Das aber dürfte eine wohlfeile Hoffnung sein. Sparschweinen gegenüber ist der Mensch immer irgendwie im Nachteil.

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