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Ein Friseur bei der Arbeit. (Symbolfoto).
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Ein Friseur bei der Arbeit. (Symbolfoto).

Times mager

Solchere

  • Judith von Sternburg
    VonJudith von Sternburg
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Worüber sich der Friseur B. in diesen Tagen ärgert, ist gut nachzuvollziehen.

Was dem Friseur B. auf den Wecker geht, ist letztlich zweierlei. Und das ist schon viel, denn B. ist ein Mann mit guten Nerven und friedlichem Gemüt. Erstens geht ihm auf den Wecker, dass die medizinische Maske seinen Bart zerdrückt. Dieser habe abends einen Knick. B. hat experimentiert. Einmal war der Bart fast weg, dann war er wieder da. Dass ein Bart ein integraler Bestandteil einer Persönlichkeit ist, wissen auch Menschen, die damit nichts weiter zu tun haben. Männer mit Bärten erinnern immer ein wenig an Männer mit Hüten. Es lässt sich nicht darüber streiten, es ist, wie es ist, und wer mit einem solchen Mann in Kontakt treten möchte, kann nicht so idiotische und rücksichtslose Sachen sagen wie: Männer mit Bärten, ich weiß nicht. Oder: Schon meine Mutter stand Männern mit Hüten skeptisch gegenüber.

Der Bart ist noch dazu mit dem Manne verwachsen, dafür ist der Hut jeden Morgen etwas, für das sich der Mann erneut entscheidet, zu dem er sich bekennt. Obwohl er ihn einfach weglassen könnte. Erst über die Jahre begreift man (und glaubt es immer noch nicht so ganz), dass diese beiden Bestandteile der männlichen Kopfumgebung nichts über die Persönlichkeit, die Hobbys oder die politische Haltung ihres Trägers aussagen. Es handelt sich um eine absolute Privatangelegenheit. Eine Privatangelegenheit, die sehr gut zu sehen ist.

Zweitens geht B. auf den Wecker, dass seine Kundschaft zunehmend damit prahlt, geimpft zu sein. B. wäre logischerweise auch gerne geimpft, und angesichts der Vielzahl von Menschen, denen er täglich und ganztätig sehr nahe kommt, ist das kein unverfrorener Wunsch. Es hat nicht sollen sein, sagt B. lakonisch, den es nur ernsthaft stört, dass auch die prahlende Kundschaft keineswegs notwendigerweise zur Prio 1, 2 oder 3 gehöre. Sie tue nicht einmal so, sie zwinkere ihn an und sage: Man brauche eben Beziehungen, man kenne eben die entsprechenden Leute, man habe halt Druck gemacht. Denen sei das nicht peinlich, sagt B., im Gegenteil, sie seien noch stolz darauf. Aber, sagt B., es gebe eben solchere und solchere, denn B. hat nicht nur Manieren und ein Händchen fürs Haareschönmachen, sondern auch einen umfangreichen Schatz an zeitlosen Formulierungen parat.

Da fällt einem ein, dass B. noch etwas Drittes auf den Wecker geht. Wir wollen hier nicht zu sehr aus dem Nähkästchen plaudern, aber es hat mit einem bestimmten Porschefahrer zu tun. Was B. sagt, der übrigens aus einer Friseurdynastie stammt und Tradition und Moderne stilsicher verbindet, hat immer Hand oder Fuß, meistens beides.

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