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50 Jahre „Tatort“.
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50 Jahre „Tatort“.

Times Mager

So., 20.15 Uhr

  • Judith von Sternburg
    vonJudith von Sternburg
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Das Gute ist, dass beim Tatort – seit dem 29. November 1970, „Taxi nach Leipzig“ – der Spaß nicht aufhört, sondern anfängt.

Das mag überraschend klingen, weil der Tatort eine ernsthafte Angelegenheit ist. Wenn das Schicksal verlangt, dass die Polizei mit schlimmer Nachricht vor der Tür steht, wird man im Schock immer noch in einem anderen Teil des Kopfs denken, dass man diese Szene doch bereits kennt, weil man sie fünfzigmal im Tatort gesehen hat. Man denkt auch, dass das der Polizei selbst seltsam vorkommen muss. Sie bringt den Tatort ins Leben. Zur Verdeutlichung ein irres Gegenbeispiel: Ein Mensch ginge ins Krankenhaus und da wäre es wie in der Sachsenklinik.

Der Spaß fängt also beim Tatort an, weil sich ohne Bitterkeit darüber sprechen lässt, anders als etwa über Fußballvereine. Viele Fußballfans wollen natürlich genau so entspannt und objektiv wirken wie Tatortzuschauerinnen und Tatortzuschauer, aber Hand aufs Herz, sie sind es nicht. Zum Beispiel rollt das Tatortpublikum vorher zwar mit den Augen, wenn das und das Team angekündigt ist. Aber dann sitzt es da, will den Anfang nicht verpassen oder holt um 20.16 Uhr freiwillig Erdnüsse, weil schon wieder ein Kind so allein in der Gegend herumstreift.

Es gibt nur zwei Argumente gegen konsequenten Tatortkonsum. Dass der Tatort verwirrt, gehört ausdrücklich nicht dazu, denn das Kombinieren ist nicht nur im Leben des Detektivs ein probates Mittel, um mit der Komplexität der Dinge fertigzuwerden. Das eine Argument ist aber die rücksichtslose Klangqualität, die viele von vornherein rauskickt aus dem Vergnügen. Das andere Argument nannte Kollegin R. früher des Öfteren beim Namen: Sie gucke keinen Tatort, da sie eben mit dem Derrick aufgewachsen sei. Derrick. Da hört der Spaß allerdings auf.

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