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Nudeln mit Soße - oder auf der Gitarre? Verwirrend.
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Nudeln mit Soße - oder auf der Gitarre? Verwirrend.

Times mager

Slipverbot

  • Stephan Hebel
    VonStephan Hebel
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Wenn Sie kein Boot besitzen, müssen Sie sich um den Slip nicht viel Gedanken machen.

Vielleicht kennen Sie das ja auch: Sie stehen vor dem Nudelregal und murmeln vor sich hin, teils lesend, teils frei assoziierend: Nudeln, Schleifchennudeln, Eiernudeln, Suppennudeln, Dinkelnudeln, Schinkennudeln…, und während Sie so murmeln, kommt Ihnen das Wort „Nudeln“ immer fremder und seltsamer vor, und wenn Ihr Kind dann fragt „Darf ich Nudeln?“, dann wissen Sie plötzlich nicht mehr, ob es Nudeln will oder nudeln, was immer das ist.

Ja, so rasen sie durch die Wiederholungsschleife, die vermeintlich vertrauten Wörter, und wie Fremdwort-Mutanten kommen sie wieder heraus, nicht nur die Nudeln. Sie können es auch mal mit dem Binder versuchen (Soßenbinder, Kabelbinder, Weißbinder, Krawatte…) oder auch mit dem Slip.

„Axel“ schreibt im einschlägigen Forum: „In Bodman ist der Slip dann erst abends wieder geöffnet“. Und wenn Sie mal in Bodman waren, speziell in Bodman-Ludwigshafen, dann wissen Sie, dass „Axel“ nicht übertreibt, denn schon 2010, als er die traurige Nachricht überbrachte, hatte der Gemeinderat den Slip aufs Rigideste reguliert.

Kurz zusammengefasst: Es herrscht quasi Slipverbot, das ist dem einschlägigen Schild neben dem schönen Park mit seinen Liegewiesen klar zu entnehmen. Selbst Liegeplatz-Inhaber dürfen nur zweimal pro Jahr unter Zuhilfenahme der Slipanlage einwassern, schon des nahen Spielplatzes wegen, so das vom Bürgermeister persönlich unterzeichnete Schild, und wer wird dafür kein Verständnis haben außer denjenigen, die dringend einen offenen Slip benötigen, aber keinen finden, selbst wenn sie den gesamten Bodensee umkreisen?

Ja, das Bootsbesitzen ist heute auch nicht mehr so einfach, wie man sieht. Denn wo der Slip zu ist (also die Rampe, über die Sie das Schiffchen vom Anhänger ins Wasser lassen), da hilft nur noch das Kranen, und das ist teuer. Wenn Sie aber kein Boot besitzen, regen Sie sich jetzt bitte nicht über den komischen Ausdruck auf, und schon gar nicht über den Anglizismus (to slip: rutschen, gleiten, schlüpfen).

Sie müssen sich nämlich mal vorstellen, wie das Ganze auf Deutsch aussähe: Der Slip fürs Bootchen hieße wahrscheinlich Wasserlass-Anlage, womit wir vom Regen in die Traufe kämen. Den Slip für untenrum dürften wir nicht mehr Schlüpfer nennen, sondern höchstens Schlupf, denn Schlüpfer hießen dann diese hässlichen Schuhe ohne Schnürsenkel, die man derzeit als Slipper bezeichnet (Zalando: „Style zum Hineinschlüpfen“). Die hätten es allerdings verdient.

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