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Pistengaudi?

Times mager

Skitage

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Ist Skifahren heutzutage eigentlich noch okay? Die Antwort steht eindeutig fest, unklar bleibt nur, welche.

Wir alle kennen die heiligste Aufgabe des Journalismus: Unermüdlich müht er sich, zu unterscheiden, was als Fake News bewertet werden muss (früher: gelogen) und was als wahr. Das gilt selbstverständlich auch für das Skifahren. Gerade dann, wenn der scheidende „Winter“ sich schon am Frühling reibt, was ja bekanntlich für erhöhte Temperaturen sorgt.

Die Frage lautet, ob Skifahren heute A) ein Frevel ist, weil aa) wegen des Klimawandels überall Kunstschnee herumliegt, dessen Produktion den Klimawandel noch verstärkt, und/oder weil ab) die Pisten sowieso die Landschaft verschandeln; oder ob B) Skifahren heute voll okay ist, weil ba) der Kunstschnee gar nicht so schlimm ist und/oder bb) die Pisten auch nicht und die Bäume eh schon weg sind und/oder bc) der Klimawandel sowieso erfunden ist, denn wärmer oder kälter war es schon immer und/oder weil es bd) eben Spaß macht, da drücken wir mal ein Auge zu.

Um es gleich zu sagen: Die Antwort steht eindeutig fest, unklar bleibt nur, welche. Antwort: Beide. So ist das nämlich heute mit der Wahrheit, es gibt sie in der Mehrzahl, jeder hat eine, und deshalb steht für die einen Antwort A) mit einer oder mehrerer Unterantworten fest und für die anderen Antwort B). Da mischen wir uns mal nicht ein, Journalismus hin oder her.

Aber eine Frage bleibt offen, und sie soll hier wiedergegeben werden inklusive der sparsamen Zeichensetzung, für die ausgerechnet eine freundliche Agentur namens „comma“ (!) sich entschieden hat: „Während sich die Gäste in der Gipfelhütte nach einem traumhaften Skitag entspannen und auf das abendliche Menü freuen bereiten sich die Fahrer der Pistenbullys auf Ihren nächtlichen Arbeitseinsatz vor“ (Zwischenfrage: Warum auf meinen? Egal). „Sie (da bin ich jetzt wirklich gemeint, Anm. d. Red.) wollten schon immer mal in einem Pistengerät mitfahren und erleben wie es sich anfühlt 400 PS unter sich zu spüren?“

Die Antwort lautet: Nein, aber vielen Dank für das Angebot. Und für das Komma, das sich dann irgendwann doch noch findet. Okay, jetzt nicht ganz an der richtigen Stelle, aber wer wird da schon richten: „Das kleine, aber feine Skigebiet … bietet sowohl für Familien als auch für erfahrene Wintersportler, ein wahres Schnee-Eldorado.“ Nur für erfahrene Familien halt nicht, das ist ein bisschen schade.

Fest steht hiermit, welcher der vorhandenen Wahrheiten sich das kleine, aber feine Skigebiet verpflichtet fühlt. Das Times mager möchte nur noch ergänzen, was der Kollege Peter Schütz aus Landeck bereits 2011 über seinen Kommentar auf „meinbezirk.at“ schrieb: „Auch mal ein Lob den Seilbahnen“.

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