+
Das lauteste Tier der Welt, jedenfalls in Relation zu seiner Körpergröße, ist die Ruderwanze.

Times mager

Rekord: Ein Ton, der Wasser zum Kochen bringt

  • schließen

Die Lautesten und eine Insel, auf der die Zeit abgeschafft wurde: Das Times mager bietet diesmal aktuelle Spektakel der Superlative.

Das Times mager, das für Rekorde immer offen ist, besonders für solche, die absolut keinen praktischen Nutzen haben, hätte beinahe eine Meldung verpasst, wonach es Wissenschaftlern der kalifornischen Stanford University gelungen ist, in einer Wasserfontäne mittels Laserstrahl das lauteste Geräusch zu erzeugen, 270 Dezibel, das in Wasser erzeugt werden kann. Glückwunsch. Aber bitte, liebe Wissenschaftler, bleiben Sie in dem Labor, in dem Ihnen das gelungen ist, schließen Sie ab und werfen Sie den Schlüssel weg. Danke.

Das Geräusch jedenfalls, so wurde berichtet, sei doppelt so laut gewesen wie ein lautes Rockkonzert. Das klingt nicht wirklich schlimm – aber dann diese, äh, Auswirkungen: Durch Kopfhörer geschickt, würde der Krach in der Fontäne beim Träger der Kopfhörer die Trommelfelle, das Herz und die Lunge bersten lassen. Dinge, die noch benötigt werden. Außerdem könne der Ton Wasser zum Kochen bringen, so die Forscher. Man habe, geben sie an, herausfinden wollen, wie extrem laute Geräusche sich „auf unterschiedliche Substanzen auswirken“. Das Times mager stellt eine völlig unwissenschaftliche These auf, indem es von sich auf andere schließt: Extrem laute Geräusche gehen unterschiedlichen Substanzen wie auch unterschiedlichen Subjekten tierisch auf die Nerven.

Apropos tierisch: Das lauteste Tier der Welt, jedenfalls in Relation zu seiner Körpergröße, ist die Ruderwanze. Sie ist kleiner als ein Reiskorn und erreicht (wiederum von Wissenschaftlern gemessene) 99,2 Dezibel. Aber: „Wie die Tiere es schaffen, ein so lautes Geräusch auf so kleinem Raum zu erzeugen, ist den Forschern bislang ein Rätsel.“

Im verspäteten ICE machte kürzlich eine Schaffnerin eine so fantastisch schnell gesprochene Ansage („…zich Mi…“ spielte aber eine gewisse Rolle), dass jeder hören konnte, was ihm behagte, und der Zug auch gleich zügiger zu fahren schien. Indessen haben die 350 Bewohner der norwegischen Insel Sommarøya die Zeit abgeschafft, obwohl dort auf 0,9 Quadratkilometern unseres Wissens gar keine Züge fahren, weder pünktliche noch unpünktliche. Die Insel hält damit den nagelneuen Rekord als erste zeit-lose Region der Welt.

Eine Polarfüchsin hat trotzdem eine andere Art von Bestleistung aufgestellt, indem sie in nur 76 Tagen 3500 Kilometer von Norwegen nach Kanada lief. Menschen, die die Signale eines an ihr befestigten Senders verfolgten, hielten das für völlig unmöglich. Die Füchsin war es vermutlich einfach leid, auf den Polarexpress zu warten, der mal wieder tierisch verspätet war.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion