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Times Mager

Sieger

  • VonPeter Michalzik
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Können 41 Kritiker, diese professionellen Meiner, gemeinsam irren? Natürlich können sie, und sie tun es immer wieder. Trotzdem will man immer wissen, wie sie geurteilt haben. Von Peter Michalzik

Können 41 Kritiker, diese professionellen Meiner, gemeinsam irren? Natürlich können sie, und sie tun es auch immer wieder. Trotzdem will man, ebenso natürlich, wissen, wen sie zum Theater, zum Stück, zur Aufführung und zum Schauspieler des Jahres gewählt haben. Fangen wir von hinten an: die Schauspielerin des Jahres wurde eindeutig Birgit Minichmayr ("Weibsteufel" am Burgtheater Wien), Alexander Scheer wurde uneindeutig, mit nur fünf Stimmen, Schauspieler des Jahres ("Kean" an der Volksbühne Berlin), trotzdem geht beides voll in Ordnung.

Dass Jürgen Goschs "Möwe" zur Aufführung des Jahres gewählt werden würde, war klar, ebenso dass Andreas Kriegenburgs Münchner "Prozess" deswegen nicht die Aufführung des Jahres werden konnte und so das Bühnenbild des Jahres bekommen hat. Das Stück des Jahres kommt mal wieder von Elfriede Jelinek, "Rechnitz" an den Münchner Kammerspielen, wo der große Frank Baumbauer zum Abschied noch einmal den Titel "Theater des Jahres" bekam. Fehlt noch Christoph Schlingensief, der für seine "Kirche der Angst" (Ruhrtriennale) und für "Mea Culpa" (Burgtheater) vielfache Würdigung in diversen Kategorien erfahren hat.

Diese Liste hat etwas unglaublich Routiniertes, Eingespieltes und Absehbares. Während das aktuelle Theater in diversen Streitereien wie zuletzt der Salzburger Kehlmann-Debatte über das Regietheater vollkommen umstritten zu sein scheint, ist es in Wahrheit ein bestens funktionierender Betrieb, der wie geschmiert vor sich hin schnurrt. Es sind seit einiger Zeit die immer gleichen Namen und Bühnen, die auf diesen Listen vorkommen.

Da verliefe dann auch die wahre Frontlinie einer zeitgemäßen Theaterdiskussion: Wo eigentlich ist die Innovation? Es kann ja wohl nicht sein, dass zum Beispiel jedes Stück von Frau Jelinek das beste Stück der Saison ist. Was sind die ästhetischen Alternativen, die vielleicht nicht so perfekt aber triftiger sind? Wenn dem Theater im Moment etwas droht, dann dass es über seiner eigenen Perfektion (und der damit notwendigerweise einhergehenden Selbstzufriedenheit) langweilig wird.

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