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Waaaaaas, die Insel mit der Palme ist beim Bounty gar nicht dabei?

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Sie können Ihren Süßkram servieren, wie Sie wollen. Aber das ist nur ein Vorschlag. Die Feuilleton-Kolumne.

Kollege F. fragt leider nicht, wo auf dem Foto, das er twittert, der Bindestrich geblieben ist. „Feine Bitter Schokolade“ steht auf der Verpackung, die er abgelichtet hat, übrigens um 20:43 Uhr, was durchaus Fragen zu seinen Ernährungsgewohnheiten aufwirft, aber das nur nebenbei. Vollkommen zu Recht allerdings fragt der Kollege F., ob jemals jemand einem „Serviervorschlag“ gefolgt sei.

Auf der Schokoladenpackung sind durchaus Schokoladenstücke zu sehen, die von einer handelsüblichen Tafel stammen könnten, genau genommen: zwei. Allerdings hat jemand sie mit Hilfe zweier weiterer Gegenstände, bei denen es sich um Kakaobohnen handeln dürfte, sowie eines undefinierbaren, geraspelten Stoffs zu einem Stapel aufgetürmt, den etwas krönt, das wie ein herausgebrochenes Stück eines Schokoladennikolauses aussieht. Unten rechts auf dem Bild steht „Serviervorschlag“.

Kollegin E. twitterte umgehend zurück: „Warum Schokolade stapeln, wenn man sie sich doch gleich in den Mund stecken kann?!“ Die Frage ist zwar ebenfalls berechtigt, geht aber, mit Verlaub, am tiefen Ernst des Themas „Serviervorschlag“ vorbei. Ganz anders der Tweet eines Herrn namens Oliver, der treffend ergänzte: „Als ob irgendwer mal irgendwann was ausgepackt hätte und dann gedacht hat: Waaaaaas, die Insel mit der Palme ist beim Bounty gar nicht dabei?“

Es kann hier nicht rechtsgültig aufgeklärt werden, ob es sich bei der Insel um einen Serviervorschlag handelt. Aber anzumerken ist auf jeden Fall, dass zumindest die Abbildung tatsächlich enthaltener Inhaltsstoffe (Kokos! Palme!) nicht als Serviervorschlag zu gelten hat, sondern als Information über Bestandteile zusammengesetzter Lebensmittel. Das jedenfalls ist dem regen gesellschaftlichen Diskurs zum Thema zu entnehmen, soweit er sich im Internet abgebildet hat.

Und nun zur Milchcremeschnitte. „Kürzlich ist mir aufgefallen, dass die Verpackung einer Milchcreme-Schnitte keinerlei Hinweise auf einen Serviervorschlag zeigt. Dabei sind das Produkt selbst, Milch und Honig abgebildet“, schrieb ein Mensch mit offenbar ausgedehnter Tagesfreizeit an die Verbraucherzentrale. „Es ist nicht davon auszugehen, dass die Zutaten in der abgebildeten Menge enthalten sind – also eine Kanne Milch und ein Glas Honig“, lautete die durchaus überzeugende Antwort. Aber, auch das fast schon zwingend: „Bei dem von Ihnen beschriebenen Produkt gehen wir aber davon aus, dass die Abbildung dazu dient, enthaltene Zutaten – Honig und Milch – zu bewerben.“

Es sieht also ganz so aus, als sei alles in Ordnung. Sie können Ihren Süßkram servieren, wie Sie wollen. Aber das ist nur ein Vorschlag.

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