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Von: Thomas Stillbauer

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Michael Jackson im Jahr 2007, damals definitiv noch am Leben.
Michael Jackson im Jahr 2007, damals definitiv noch am Leben. © rtr

Warum sterben gerade überdurchschnittlich viele Popstars? Tröstlich ist aber immerhin, dass einige von ihnen unsterblich sind.

Auch schlimm: Überdurchschnittlich viele Popstars sterben. Jedenfalls hat man den Eindruck. Auf der Titelseite stehen in diesem Jahr wahnsinnig viele verstorbene Promis – und kaum verstorbene Leute, die bis dahin niemand kannte, außer vielleicht der Nachbar, der Frisör und die NSA.

Tröstlich jedoch: Anders als in der normalen Bevölkerung sind viele verstorbene Popstars unsterblich beziehungsweise gar nicht tot. Von Elvis P. und Jesus C. weiß man schon seit knapp 40 respektive 2000 Jahren, dass ihr Ableben eine Inszenierung war, damit sie im Hintergrund weiter unsere Musik und unsere Kirchensteuer beeinflussen können.

Ähnlich verhält es sich mit Michael Jackson. Zahlreiche Personen haben unwiderlegbare Beweise dafür, dass er eben nicht im Juni 2009 an zu viel Schlafmittel starb, wie uns diese verrückten Amerikaner weismachen wollten. Da ist beispielsweise das Foto im Internet, das Jacksons Tochter Paris auf dem Beifahrersitz eines Autos zeigt – und hinten im Fond den King of Pop. Im Jahr 2016. Unverkennbar seine Silhouette. Eindeutig Michael Jackson mit Kappe auf dem Kopf und Kapuze drüber. Gut, viele Rücksitz-Kopfstützen sehen im Umriss ähnlich aus. Aber das ist ja bekannt seit seinen großen Konzerten. Wie oft sagten wir, als er noch live auftrat: Crazy, wenn er diese Mütze und diese Kapuze trägt und das Licht kommt von hinten, dann sieht Michael aus wie der Umriss einer Kopfstütze im Fond eines Autos!

Der Youtuber „acidhunk“ traf ihn sogar persönlich. Der junge Mann ist in einem Hotel, wie er in einem elf Minuten langen Video berichtet, seine Mutter hat ihm Zerealien mitgegeben, aber keine Milch. Also tapert er nachts zum Milchautomaten (großartig, was es in den USA alles gibt, Milchautomaten in Hotels, nachts) und zapft Milch, als sich hinter ihm der Lift öffnet. Jemand kommt raus, stößt ihn versehentlich an und sagt sorry. Nun ist acidhunk ja nicht verrückt. Er schwört uns: Es WAR Michael Jackson.

Das wird uns mit Don Joyce nicht passieren. Das Mitglied der 1979 gegründeten kalifornischen Band Negativland starb voriges Jahr. Die verbliebenen Kumpels boten je zwei Gramm seiner Asche als exklusive Beigabe zum jüngsten Album „The Chopping Channel“ an. Das Album kann man weiter erstehen, aber Don Joyce ist ausverkauft, wie die Musikzeitung NME berichtet. Inzwischen verglühte ein weiteres Bandmitglied, Richard Lyons. Er bat die Kollegen: „Was auch immer ihr mit meiner Asche anfangt, macht etwas anderes als mit Don.“

Ihnen wird schon was einfallen, Popstars sind, wie gesagt, unsterblich. Leonard, wir sehen uns.

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