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Ein Swimmingpool ist (in Athen) vorhanden, das Wasser aber fehlt.
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Ein Swimmingpool ist (in Athen) vorhanden, das Wasser aber fehlt.

Times mager

Schwimmbad

  • Stephan Hebel
    VonStephan Hebel
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Seichte Gewässer gibt es viele: vom Tümpel bis zum Swimmingpool.

Dass uns die Sache mit dem Schwimmbad so umtrieb, das hatte sicher mit dem Tatort zu tun. Dort hatte gerade der Irre von den Umweltschützern den Unternehmer, der irgendwie auch ein Umweltschützer war, in den Tümpel getunkt, der sich im Garten der Umweltschützerin befand, die aber irgendwie auch eine Art Unternehmerin war. Und zwar mit einer Plastiktüte über dem Kopf (des Unternehmers!).

Offensichtlich hatte der Irre Zweifel bekommen, ob die Plastiktüte noch ganz dicht war (im Gegensatz zu ihm, dem Irren) und also ausreichte, um den Unternehmer zu ersticken, und diesen deshalb im Kampf zu dem Tümpel gerollt, wo er ihn, wie wir früher im Schwimmbad sagten, „tunkte“, allerdings bis zum Tode.

Das alles hatten wir noch lebhaft vor Augen, als sie dann bei Günther Jauch von den Schwimmbädern anfingen. Schuld war die „taz“-Kollegin Ulrike Herrmann, die am Beispiel der Swimmingpools von Staatsbeamten zu erläutern versuchte, wo das Geld geblieben sein könnte, mit dem Griechenland sich einst in Schulden stürzte, an denen es nun zu ersticken bzw. zu ertrinken droht.

Nun wollte die Kollegin dem Griechen nicht vorwerfen, dass er einen Swimmingpool im Garten hat. Zumal deutsche und andere Banken Griechenland die Kredite lange genug hinterhergeworfen haben. Sie wollte nur erläutern, dass das Geld, das der griechische Staat einst an seine Beamten bezahlte, nicht so leicht zurückzuholen ist, denn: „Ein Swimmingpool erzielt keine Gewinne.“

Wir mussten wieder an die Umweltschützerin denken, die irgendwie auch Unternehmerin war, und warum sie wohl keinen Swimmingpool in ihrem riesigen Garten hatte, sondern nur einen Tümpel. Wahrscheinlich sollte das – Metaphern-Alarm! – irgendwie symbolisieren, dass auch Umweltschützerinnen, gerade wenn sie auch Unternehmerinnen sind, gern mal im Trüben fischen, auch wenn wir nicht sicher sagen können, ob sich in dem Teich lebende Tiere befanden oder nur ein toter, eigentlich umweltschützerisch veranlagter Unternehmer.

Dann aber weckte uns wieder Günther Jauch, der den entscheidenden Hinweis der „taz“-Kollegin („Das Rettungsgeld ist überwiegend an die Banken geflossen“) mit dem Hinweis beantwortete, er wolle jetzt „keine rückwärtsgewandte Diskussion, wie viel Geld bei den Griechen angekommen ist, bei den Schwimmbädern und bei den Banken“.

„Rückwärtsgewandt“ ist ein sehr schönes Synonym für Aufklärung und Ursachenforschung. Plötzlich hatten wir Sehnsucht nach Kommissarin Inga Lürsen. Oder wenigstens nach Anne Will.

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